Goll wie erwartet nicht entlastet
EnBW sieht Wende am Horizont

Deutschlands drittgrößter Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat seinen Gewinn im ersten Quartal 2004 bei konstantem Umsatz kräftig gesteigert. Vor Zinsen und Steuer ist der Gewinn um 27 Prozent gestiegen.

HB KARLSRUHE. Die Aktionäre des Energiekonzerns EnBW haben am Donnerstag dem ehemaligen Vorstandschef Gerhard Goll die Entlastung verweigert. Mit 96,72 % folgten sie erwartungsgemäß dem Vorschlag des neuen Vorstands und des Aufsichtsrats. Der Chef der Energie Baden-Württemberg AG, Utz Claassen, begründete den ungewöhnlichen Schritt mit dem laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen Goll und zwei weitere Ex-Manager wegen Bilanzbeschönigung. „Wir bewerten damit nichts“, betonte er.

Mit positiven Zahlen aus dem ersten Quartal 2004 im Gepäck schwor Claassen die Aktionäre auf die Fortführung seines Sanierungskurses ein. „Die Rückkehr in schwarze Zahlen ist gelungen. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er bei der Hauptversammlung in Karlsruhe.

Der finanziell angeschlagene drittgrößte deutsche Stromversorger hatte 2003 ein Rekorddefizit von 1,1 Mrd. € angehäuft (Umsatz: 10,6 Mrd. €). Im ersten Quartals 2004 verdoppelte sich das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahresquartal fast auf 244 Mill. € (Vorjahr: 125 Mill. €). Der Umsatz blieb im ersten Quartal mit 2,84 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr gleich.

In den vergangenen zwölf Monaten hatte Claasen schonungslos Altlasten aufgedeckt. Außerdem verordnete er dem Konzern ein Kostensenkungsprogramm über 1 Mrd. €. Den Beschäftigten im Kernbereich Energie verpasste er eine 4,5-Tage-Woche ohne Lohnausgleich. Unrentable Beteiligungen wurden reihenweise verkauft.

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