GPS-Sender
Satelliten überwachen wertvolle Waren

Mit satellitengestützten Technologien könenn Logistikunternehmen den gesamten Transportweg von sensiblen und hochwertigen Gütern überwachen. Doch die GPS-basierten Informationen sind im Vergleich mit RFID-Techniken noch recht teuer und bergen ein weiteres Risiko.
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BERLIN. Die Transportbranche macht Tempo bei der Suche nach Systemen für die lückenlose Überwachung der globalen Warenströme. Auf dem langen Weg zwischen den Kontinenten geraten Barcode- und RFID-Technik an ihre Grenzen. "Eine weitgehende Transparenz über den gesamten Transportweg kann aber mit satellitengestützten Technologien erzielt werden", sagt Christopher Regenhardt, Corporate Manager bei DB Schenker Logistics. Sein Unternehmen hat dafür die Smartbox entwickelt. "Sie erhöht Sicherheit und Lieferqualität", sagt Regenhardt.

Montiert wird die Smartbox beim Schließen eines beladenen Containers, um anschließend stets dessen Aufenthaltsort zu verraten. Neben einem GPS-Empfänger enthält die Box auch Sensoren, die Informationen über Erschütterungen, Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit liefern. Interesse zeigen laut Regenhardt Kunden aus Branchen, die hochwertige oder sensible Güter herstellen - etwa Pharma- oder Elektronikkonzerne. "Auch für Unternehmen, die just-in-time liefern, ist eine GPS-Lösung viel wert", sagt er. Für wertvolle Stückgüter, die nicht in Container passen - etwa Turbinen -, komme die Smartbox ebenfalls infrage.

Bei der Erfassung der GPS-Daten seien die meisten Probleme inzwischen gelöst, sagt Ralf Elbert, Professor am Institut für Technologie und Management der TU Berlin. Nun stehe die Integration der Informationen an. "Es geht darum, die Positionsdaten mit den Logistiksystemen zu verknüpfen. Erst dann bringen solche Lösungen den vollen Nutzen."

Allerdings ist der Einsatz von GPS-basierten Informationen recht teuer. Im Gegensatz zu RFID-Chips braucht das Equipment etwa eine eigene Stromversorgung. "Bei einem Container voll T-Shirts lohnt sich das sicherlich nicht", sagt Elbert.

Der Vorteil für die Nutzer: Die Technik liefert auch dort Daten, wo kein Lesegerät vorhanden ist. Deshalb zeigen sich auch Versicherer interessiert. "Jeder Versuch, den Container gewaltsam zu öffnen, wird angezeigt - mit Positionsdaten", erläutert DB-Schenker-Manager Regenhardt. Versicherungsgesellschaften können so Risiken besser bewerten. Unternehmen, die die Technik einsetzen, können deshalb günstigere Prämien aushandeln.

Mehr Planungssicherheit schafft GPS auch für große Fabriken, die Sonderlieferungen erwarten. "Die Koordination der Eingangslogistik ist oft schwierig, wenn täglich mehr als 1 000 Lkws ankommen", sagt Elbert. Es sei enorm hilfreich, wenn es frühzeitig exakte Angaben zur Ankunftszeit gebe.

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