Green schließt neuen Versuch nicht aus
Übernahmeangebot für Marks & Spencer zurückgezogen

Der Widerstand war letztlich zu groß, daher hat der Milliardär Philip Green am Mittwoch sein mittlerweile drittes Angebot für eine Übernahme des britischen Einzelhandelskonzerns Marks & Spencer zurückgezogen.

HB LONDON. Zuvor hatte ihm der M&S-Vorstand erneut den Zugang zu seinen Büchern mit der Begründung, die Offerte sei zu niedrig, verwehrt. Das Unternehmen Revival, das Green bei dem Übernahmeversuch unterstützte, teilte am Mittwochabend mit, Green habe eingesehen, dass M&S-Vorstandschef Stuart Rose keinen Einblick in die Bücher gewähren wird. Nach britischem Fusionsrecht hätte Green bis zum 6. August mit der Buchprüfung beginnen und ein offizielles Angebot einreichen müssen.

Green gab allerdings bekannt, er behalte sich das Recht vor, innerhalb der nächsten sechs Monate erneut eine Übernahmeofferte zu machen oder sich an einer zu beteiligen, sollte der M&S-Vorstand eine Übernahme empfehlen oder eine dritte Partei den Willen zu einer Übernahme äußern.

Die Mehrheit der Aktionäre des britischen Einzelhandelskonzerns Marks & Spencer (M&S) hat am Mittwoch Unterstützung für die Restrukturierungspläne des Vorstandes signalisiert. Bei der jährlichen Aktionärsversammlung in London stellten sich vor allem die Privatanleger hinter Unternehmenschef Stuart Rose, der unter anderem eine Rückzahlung von 2,3 Mrd. Pfund an die Aktionäre sowie Kostensenkungen vorgeschlagen hat. Wichtig ist aber vor allem, dass die institutionellen Anleger den Plänen zustimmen. Mit dem Investmenthaus Brandes Investment Partners sprach sich der größte M&S-Anteilseigner für eine genaue Prüfung der Offerte Greens im Volumen von 9,1 Mrd. Pfund (gut 13 Mrd. €) aus.

Rose will neben einer Rückzahlung an die Aktionäre die Finanzsparte des Konzerns, M&S Money, verkaufen und bis 2006/2007 die Kosten um 320 Mill. Pfund senken. Vor den Aktionären sagte der Chef des angeschlagenen Unternehmens, er hoffe, bis zum Geschäftsjahr 2005/2006 wieder Wachstum generieren zu können. Die Aktionäre reagierten mit Applaus auf seine Rede. Ein Aktionär forderte Rose auf, das Angebot Greens anzunehmen. Darauf reagierten die Anwesenden bei der Aktionärsversammlung mit lauten Nein- und Buh-Rufen.

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