Griechenland
Die Drachme schreckt deutsche Touristen auf

Deutsche Touristen haben Angst vor Unruhen in Griechenlands Urlaubsregionen. Ein holländischer Rentner wurde niedergeschlagen, weil er für deutsch gehalten wurde. Was passiert, wenn die Drachme zurückkommt, weiß keiner.
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DüsseldorfFeindseligkeiten gegen ausländische Touristen in Griechenland? Nein, beteuert eine Sprecherin des deutschen Reiseveranstalter Alltours, das gebe es höchstens in den Großstädten auf dem Festland. In den Urlaubsorten seien die Griechen gastfreundlich und freuten sich auf deutsche Reisende. Selbst ein möglicher Austritt des Landes aus dem Euro - und der damit verbundene Zusammenbruch der Staatsfinanzen - könnten daran nichts ändern.

Dabei ist es in Hellas mit der Idylle längst vorbei. In dem Touristenstädtchen Monemvasia am Südostzipfel der Peloponnes-Insel bedrängten Einheimische am vergangenen Sonntag einen 78-Jährigen aus den Niederlanden, den sie zunächst für einen Deutschen gehalten hatten. „Deutscher oder Holländer, das ist dasselbe“, fuhren sie das Opfer an, „was glaubst Du, dass Du den Griechen antun kannst?“ Dann schlugen sie minutenlang auf den Rentner ein, der einen Kiefer- und Nasenbeinbruch erlitt.

Die Angst vor Unruhen hält deutsche Urlauber schon jetzt vor Reisebuchungen nach Griechenland ab. „Derzeit liegen die Buchungen für griechische Reiseziele unter den Vergleichszahlen des Vorjahres, sagt Hans-Gustav Koch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin. Dabei waren sie im letzten Jahr noch fast um zehn Prozent nach oben geschossen. Viele Hoteliers und Fluggesellschaften haben deshalb in den vergangenen Wochen die Preise für Griechenlandurlauber gesenkt, wie Alltours-Chef Willi Verhuven berichtet.

Für Griechenlands Wirtschaft steht viel auf dem Spiel: Ein Fünftel des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaftet die Urlaubsbranche derzeit. Andere Sektoren wie die Landwirtschaft hängen ebenfalls zum Teil am Tourismus.

Kein Wunder, dass Kretas Gouverneur Stavros Arnaoutakis in den vergangenen Tagen vor deutschen Journalisten versprach, in seiner Urlaubsregion werde es keine Streiks geben.

Dass dessen Vorhersage eintrifft, glaubt nicht einmal Griechenland-Spezialist Alltours. Der fünfgrößte deutsche Reisekonzern erfand 1974 die Pauschalreisen nach Mykonos und startet in diesen Tagen eine bundesweite Radio-Kampagne, um das Image des Reiselandes aufzubessern.

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  • Liebe Freunde,
    jeder Mensch egal woher er kommt wenn er diskriminiert wird,
    agiert. Wir alle müssen uns zusammenreisen, und uns nicht auf die provokante Artikel eines Teils der Medias ohne unser Denken und Meinung einlassen. Wir die einfachen Menschen haben keinen Überblick und Einfluss wie die Finanzmärkte und die Medias unser Leben diskriminieren.
    Wir alle müssen jetz in diesen schlechten Zeiten Zusammenhalten und uns nicht negativ beeinflussen lassen. Wir alle müssen auch unsere Politiker kritisieren. Was wollen sie eigentlich von unserem Leben? Das einzige was diese wollen sind billige Arbeitskräfte.Liebe Freunde schaut euch doch um. Wer arbeitslos wird hat fasst keine Chance direkt bei einer Firma eingestellt zu werden.
    Die Leihagenturen sind schon da. Also wir alle arbeitende sind von dieser Krise betroffen. Und wir müssen uns währen indem wir nüchtern bleiben.!Wir alle müssen die Heimatländer von unserren Mitmenschen verteitigen. Ich als Griechin verteitige eifrig Deutschland , als ich z.B. in Holland war und weil ich deutsch sprach wurde ich diskriminiert. Ich würde mir wünschen,dass meine deutsche Mitbürger das gleiche tun, wenn jemand meine Heimat oder eine andere Heimat beschimpft und beleidigt. Kritik ja. Beleidigung NEIN.Solidarität ist die Zärtlickeit der vÖlker !

  • Das ist ja alles schön und gut was ihr da sagt,aber was soll ein Grieche machen wenn ein deutscher Tourist in sein Restaurant kommt und umsonst essen will ,weil er ja die Griechen abngeblich mitfinanziert....Da würde doch jeder ausrasten,das ist durch und durch menschlich finde ich..
    Und egal wie wenig wir Griechen haben oder haben werden ,wir teilen es mit jedem brüderlich,egal ob Deutscher,Holländer u.s.w Wir haben die Gastfreundschaft im Blut!

  • Ein wunderschönes Urlaubsland, allerdings wenn ich als Nazi beschimpft werde und die deutsche Flagge verbrannt wird, verliere ich die Lust, dort mein Geld für einen Urlaub auszugeben. Abgesehen von Reparationsleistungen. Nach fast 70 Jahren muß ich mir das nicht anhören. Türkei ist eben auch schön.

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