Griechische Fluggesellschaft
Olympic Airlines landet bei Investor in Dubai

Im sechsten Anlauf hat die griechische Regierung jetzt doch noch Käufer für die defizitäre staatliche Fluggesellschaft Olympic Airlines gefunden: der Finanzinvestor Marfin Investment Group (MIG), hinter dem als Großaktionär der Staatsfonds Dubai Financial Group steht, übernimmt den Flugbetrieb und die Techniksparte der verlustreichen Airline.

ATHEN. Die Bodendienste sollen an das Abfertigungsunternehmen Swissport gehen, das zum spanischen Dienstleistungskonzern Ferrovial gehört.

Unterm Strich bekommt der Staat für Olympic und die beiden Schwestergesellschaften nach Angaben aus Regierungskreisen 177,2 Mio. Euro. Zwei Mitbewerber, die ebenfalls Kaufangebote für Olympic unterbreitet hatten, kamen nicht zum Zuge: die private Aegean Airlines und das US-Charterflugunternehmen Chrysler Aviation.

Hinter der in Athen börsennotierten MIG, die Beteiligungen an Firmen in 40 Ländern hält und sich als größter Finanzinvestor Südosteuropas bezeichnet, steht als Großaktionär der Staatsfonds Dubai Financial Group. Der Olympic-Verkauf muss noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Sie will sich voraussichtlich am Dienstag äußern. Ein Sprecher von Verkehrskommissar Antonio Tajani signalisierte aber bereits Zustimmung.

Die griechische Regierung und die Kommission hatten sich im vergangenen September auf ein Privatisierungskonzept geeinigt. Es sieht vor, die mit rund 2,7 Mrd. Euro verschuldete Olympic zu liquidieren und mit wesentlich weniger Personal sowie verkleinerter Flotte an einen schuldenfreien Neustart gehen zu lassen. Damit verzichtet die Kommission auch auf die Rückzahlung von rund 1,5 Mrd. Euro wettbewerbswidriger staatlicher Beihilfen, die in den vergangenen Jahren an Olympic geflossen waren.

Die 1975 in Staatsbesitz übergegangene Fluggesellschaft hatte seit 1977 nur noch Verluste gemacht – zuletzt etwa eine Mio. Euro pro Tag. Marktkenner meinen, es werde angesichts der globalen Krise nicht leicht sein, das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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