Größte chinesische Fluggesellschaft favorisiert globales Luftfahrt-Bündnis um die Deutsche Lufthansa
Air China vor Beitritt zur Star Alliance

Im globalen Luftverkehr werden die Karten neu gemischt. Während Air France die Übernahme der niederländischen KLM vorbereitet, sucht im fernen Osten Air China, die größte international operierende chinesiche Airline, Anschluss an ein internationales Luftfahrtbündnis.

mg PEKING. Air China-Präsident Li Jiaxiang sagte am Dienstag in einem Interview, er wolle einer globalen Luftfahrt-Allianz beitreten. Insider haben keine Zweifel, dass damit die Star-Alliance der Lufthansa gemeint ist, denn die Air China kooperiert bereits mit mehreren Partnern dieses Bündnisses. Die Air China, so Li, wolle stärker mit lokalen und internationalen Wettbewerbern kooperieren. Die Chinesen haben bereits vor wenigen Tagen ein Code-share-Abkommen mit Lufthansa-Partner United Airlines geschlossen. Die Vereinbarung verdoppelt die Frequenzen der beiden Fluggesellschaften über den Pazifik. „Das ist Teil eines Prozesses, die Air China in die Star-Alliance zu ziehen“, sagt dazu der Luftfahrtexperte Gordon Bevan bei der britischen Beratungsgesellschaft Airport Strategy and Marketing (ASM). China gilt als attraktiver Markt für die Luftverkehrs-Branche, nirgendwo auf der Welt wächst das Passagieraufkommen derzeit schneller als im Reich der Mitte.

Vor zwei Monaten sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bei einem Besuch in Peking, die Kranich-Linie sei zur Aufnahme der Air China bereit, die Entscheidung liege nun bei den Chinesen, mit denen Lufthansa bereits eng kooperiert. Seit Oktober 2000 bieten Lufthansa und Air China für die Flüge zwischen Deutschland und China sowie für ein halbes Dutzend inner- chinesische Flüge mit gemeinsamen Flugnummern an. „Die bilateralen Abkommen für einen Beitritt der Air China zur Star-Alliance sind alle vorhanden“, sagt ein hochrangiger Manager der Lufthansa. „Der Schritt müsste jetzt eigentlich kommen“, fügt ein Insider hinzu, der die Gespräche zwischen den beiden Partnern kennt.

Noch sind nicht alle Zweifel ausgeräumt, ob der Schritt unmittelbar oder erst im nächsten Jahr ansteht. Chinas Airlines haben unter der SARS-Epidemie mit Einbrüchen bei den Passagierzahlen von bis zu 80 % gelitten. Außerdem möchte die Airline dem Vernehmen nach vor einem Allianz-Beitritt noch an die Börse gehen. Das geht nach chinesischem Recht aber nur, wenn das Unternehmen drei Jahre hintereinander schwarze Zahlen geschrieben hat. Während dieses Ziel für 2001 und 2002 erreicht worden ist, hält sich die Gesellschaft wegen der Einbrüche im Frühjahr mit einer Prognose für dieses Jahr noch bedeckt.

Chinas Regierung gab im vergangenen Oktober den Startschuss für die Neuordnung der stark fragmentierten Luftfahrt-Industrie. Statt bisher zwei Dutzend sollen sich künftig nur drei große Gruppen den Himmel über dem Reich der Mitte teilen: Die Air China, die China Southern – die im Juli an die Börse ging – und die China Eastern. Bis zu drei Jahre soll der Austausch aller Anteile dauern. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete im Juli, dass Air China bereits alle Flüge der fusionierten Airlines zentral steuere. China Airlines gab gestern ihr strategisches Ziel bekannt. Das Unternehmen will bis 2010 führende Airline in Asien und der Welt werden. „Unser Geschäft hat sich seit Beginn der Neuordnung verdoppelt“, sagt Air China-Präsident Li, der hofft, dass die Fluggesellschaft im zweiten Halbjahr wieder Gewinne einfliegt. Zusammen mit dem Partner Hong Kong Citic Taifu will Air China auch führendes Frachtunternehmen in China werden. Air Chinas jährlicher Umsatz beim Transport von Gütern erreicht 370 Mill. Dollar. Die Lufthansa bietet als größte europäische Airline in China derzeit 34 non-stopp-Flüge zwischen Deutschland und dem Reich der Mitte an. Laut Vertriebsvorstand Thierry Antinori wird China in diesem Jahr Japan als größten Markt der Lufthansa in Asien überholen.

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