Größte Rinder-Ranch der Welt: Australien verschifft 1,2 Millionen lebende Rinder im Jahr

Größte Rinder-Ranch der Welt
Australiens reichste Frau und das liebe Vieh

Australien verschifft 1,2 Millionen lebende Rinder im Jahr

Heute hält Hancock Prospecting unter anderem Schürfrechte für einige der größten Erzreserven der Welt. Gina Rinehart kontrolliert 50 Prozent der von Rio Tinto betriebenen Eisenerzmine Hope Downs. 30 Millionen Tonnen Eisenerz pumpt die Anlage jährlich auf die Weltmärkte. „Wie ein Wasserhahn, aus dem Dollarnoten fließen“, meint ein Branchenkenner.

Und jetzt Steaks? Eine Expansion in die Fleischindustrie ist die logische Konsequenz zweier fundamentaler Entwicklungen, sagen Analysten: zum einen der Rückgang des Rohstoffbooms und zum anderen die global steigende Nachfrage nach tierischem Eiweiß. Der Schlüssel zu einer der größten wirtschaftlichen Chancen, die das Land habe, liege im „einfachen australischen Bauernhof“, analysiert Hannah Bretherton von der Denkfabrik China Matters die Situation und ergänzt: „Wir können von Gina Rinehart lernen“. Die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsfrau und dem Schanghaier Unternehmen sei symbolisch für die „Bewegung weg von Energieträgern“ wie Kohle und anderen mineralischen Ressourcen. Shanghai CRED ermögliche der Geschäftsfrau einen direkten Weg in einen der weltweit attraktivsten Wachstumsmärkte für Agrarprodukte.

Dass Rinehart den richtigen Geschäftssinn hat, bestätigen mehrere Analysen. Die Landwirtschaft habe der australischen Handelskammer zufolge von allen Wirtschaftszweigen Australiens den größten Wettbewerbsvorteil. Zwar hat Australien schon seit vielen Jahren eine stetig wachsende Fleisch- und Lebendvieh-Exportindustrie. 74 Prozent der im vergangenen Jahr produzierten 4,4 Millionen Tonnen Rindfleisch im Wert von 8,5 Milliarden australischen Dollar wurden in 84 Länder exportiert. Zusätzlich verschiffte Australien 1,2 Millionen lebende Rinder im Gesamtwert von 1,5 Milliarden australischen Dollar. Trotzdem deckt das Land bisher erst vier Prozent des weltweiten Konsums von Rindfleisch.

Gleichzeitig steigt vor allem in den Wachstumsländern Asiens die Nachfrage. Allen voran in China, wo eine schnell expandierende Mittelschicht Lust auf Konsumprodukte und Nahrungsmittel entwickelt, von denen frühere Generationen nur träumen konnten.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich chinesische Investoren für die „Farm Australien“ interessieren. Joel Chang von der chinesischen Investmentfirma Genius Link Group zufolge hat China rund 1,4 Millionen Rinder oder 350.000 Tonnen an Fleisch zu wenig, um den Bedarf decken zu können.

Doch damit Australien eine „Futterkrippe für die Welt“ werden kann, wie dies einigen Politikern vorschwebt, muss erst viel Geld in Infrastruktur, Logistik und Dienstleistungen investiert werden. Laut der australischen Handelskammer braucht der Agrarsektor zwischen 2015 und 2050 eine Kapitalspritze von etwa einer Billion australischen Dollar. Nur gerade 150 Milliarden würden wohl aus Australien kommen, so die Bank ANZ. Chinesische Investoren hätten die Mittel, um den Rest aufzubringen.

Doch genau das könnte für die Industrie und vor allem für die Exporteure ein Problem werden. Die Zahl und der Einfluss populistischer, fremdenfeindlicher Gruppen, Parteien und Politiker wachsen auch in Australien. Das Klima für Auslandsinvestitionen im Agrarsektor ist in den vergangenen Jahren kühler geworden. Ein Grund dafür ist, dass in Teilen des Landes chinesische oder Unternehmen aus anderen asiatischen Ländern in Agrargebieten Kohle-Tagebauminen betreiben oder bauen wollen. Dies führt zur Zerstörung einiger der besten landwirtschaftlichen Nutzflächen Australiens, und zur forcierten Umsiedelung Einheimischer.

In vielen ländlichen Gegenden Australiens ist China zu einem Reizwort geworden.

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