Größte Rinder-Ranch der Welt: Die reichste Frau Australiens ist gnadenlos

Größte Rinder-Ranch der Welt
Australiens reichste Frau und das liebe Vieh

Die reichste Frau Australiens ist gnadenlos

Seit ein paar Tagen können Dick Smith und andere Agrar-Patrioten etwas ruhiger schlafen. Die Gefahr, dass in den Farmen des Kidman- Imperiums statt Steaks künftig Frühlingsrollen serviert werden, scheint gebannt. Die reichste Frau Australiens, Gina Rinehart, hat 365 Millionen australische Dollar (umgerechnet 247 Millionen Euro) für „Kidman“ geboten. Ganz ohne Hilfe der Chinesen geht es dann doch nicht. Während zwei Drittel von „S. Kidman“ an Rineharts Bergbauunternehmen „Hancock Prospecting“ gehen sollen, werde ein Drittel vom chinesischen Immobilienkonzern Shanghai CRED gekauft, kündigte die Geschäftsfrau an.

Die Australierin hat den Deal noch nicht in der Tasche. Vergangene Woche gab ein Konsortium australischer Bieter sein Interesse an dem Agrarbetrieb bekannt. Unter den Namen, die in den Medien gehandelt werden, sind berühmte „Outback-Legenden“, wie etwa der öffentlichkeitscheue Rinderbaron und Multimillionär Tom Brinkworth und die Familie Oldfield.

Gina Rinehart wird im Kampf um „Kidman“ ebenso wenig zurückhalten wie die junge Melinda beim Kastrieren von Bullen. Die 62 Jahre alte Erbin des Hancock-Eisenerzimperiums ist für einen gnadenlosen Umgang mit Wettbewerbern bekannt. Konflikte mit Geschäftspartnern wie mit ihren eigenen Kindern haben die Frau zu einer ebenso mysteriösen wie unbeliebten Person des öffentlichen Lebens werden lassen.

Für Umweltschützer ist Rinehart, die auch stark in der Kohleförderung engagiert ist, ein Feindbild. Sie gilt als wohl einflussreichste Klimawandel-Skeptikerin Australiens, die alles daransetzt, Maßnahmen gegen globale Erwärmung zu verhindern. Um die Debatte über von Menschen verursachten Klimawandel zu ihren Gunsten beeinflussen zu können, finanziert sie ein konservatives Fernsehprogramm.

Sie versuchte sogar, den ihrer Meinung nach „von Linken dominierten“ Medienkonzern Fairfax zu kaufen. Ohne Erfolg. Dass sie 2011 auf dem Höhepunkt des australischen Rohstoffbooms mit einem Privatvermögen von fast 30 Milliarden australischen Dollar zur reichsten Frau auf dem Globus gekürt worden war, half ihrer Beliebtheit wenig. Nur selten spricht Rinehart in der Öffentlichkeit. Doch wenn sie es tut, hält sie mit ihrer Meinung nicht zurück: Gina Rinehart, die jede halbe Stunde eine Million australische Dollar reicher wird, lobte einst die Verhältnisse in Minen in Afrika, „wo die Menschen willig sind, für zwei Dollar am Tag zu arbeiten“.

Nach dem Tod ihres Vaters Lang Hancock 1992 übernahm Gina Rinehart die Mehrheit und den Vorsitz von dessen Privatfirma „Hancock Prospecting“. Zweiflern zum Trotz baute sie das Unternehmen zu einem der erfolgreichsten Bergbaukonzerne des Landes aus. Schon als kleines Mädchen hatte Gina ihrem Vater über die Schulter geschaut, und nicht nur sein Geschäftsverhalten kopiert, sondern auch seinen Charakter.

Lang Hancock galt als ebenso erfolgreicher wie rücksichtsloser Pionier der australischen Rohstoffindustrie, der gegen alle Widerstände und meist unter Missachtung der Rechte der Ureinwohner die enormen Eisenerzvorkommen im isolierten Norden Westaustraliens entdeckt und erschlossen hatte.

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