Grossaktionär Klaus Jacobs
Wandelanleihe zur Refinanzierung des Adecco-Paketes

Der Industrielle und künftige alleinige Adecco-Grossaktionär Klaus Jacobs hat die Finanzierung des Ende November angekündigten Aktienkaufs von seinem Adecco-Mitaktionär Philippe Foriel-Destzet in die Wege geleitet.

HB ZÜRICH/LONDON. Die Finanzgesellschaft Sonata Securities SA legt nach Angaben der Deutschen Bank vom Dienstag eine Wandelanleihe auf Adecco-Aktien im Volumen von rund 767 Mill. sfr auf. Als Sicherheit für den Wandler dienen Adecco-Aktien aus dem Jacobs-Besitz.

Damit hat Jacobs die erste Tranche von zwölf Mill. Aktien, die er von seinem französischen Ex-Partner übernehmen will, refinanziert und gleichzeitig auch verschrieben. Das Paket hat nach heutigen Börsenkursen einen Wert von etwa 720 Mill. sfr. Zu einem späteren Zeitpunkt will Jacobs weitere zwölf Mill. Adecco-Aktien übernehmen.

Die fünfjährige Anleihe wird mit 1,5 Prozent verzinst und zu pari begeben. Die Rendite auf Endfälligkeit beträgt drei Prozent betragen, was über einen über pari liegenden Rückzahlungspreis bedingt. Der Wandelpreis wurde mit 74,53 sfr festgelegt, was einer Prämie von rund 25 Prozent auf dem aktuellen Adecco-Aktienkurs entspricht. Jacobs muss für die Anleihe und für den Fall der vollen Wandlung gut zehn Mill. Aktien reservieren. Der Wandelpreis liegt über den gegenwärtigen Kurszielen der meisten Analysten für die Aktie. Allerdings setzen Analysten diesen Zielwert meist mit Sicht auf ein Jahr fest. Bei 75 sfr oder mehr notierte die Aktie zuletzt Anfang des letzten Jahres bevor es wegen der Buchhaltungsprobleme in den USA zu einem Absturz kam.

An der Börse reagierten die Adecco-Aktien auf die Wandelanleihe mit einem leichten Kursrückgang. Das ist oft so bei der Emission von Wandelsanleihen, da Anleger die Aktien verkaufen und statt dessen die Wandelanleihe beziehen. Doch es gab auch positive Reaktionen. Durch die Anleihe sei die Bestimmung eines Teils des Adecco-Paketes zunächst einmal festgelegt und der Markt müsse nicht mit der Ungewissheit leben, ob Jacobs die Titel nicht eines Tages überraschend in den Markt geben würde.

Wenn Jacobs die Adecco-Aktien zur Wandlung der Anleihe liefern muss, wird er einen schönen Kursgewinn realisieren können und immer noch grösster Aktionär bei Adecco sein. Nach der Übernahme der beiden Foriel-Pakete kommen Jacobs und seine Familie auf eine Adecco-Beteiligung von knapp 30 Prozent.

Dass der Erlös der Anleihe für etwas anderes bestimmt sein könnte als die Refinanzierung der Aktienpakete aus Frankreich schlossen mit der Angelegenheit vertraute Kreise aus. An der Londoner Börse ging wieder die Spekulation um, Adecco sei an der Übernahme des britischen Personaldienstleister Michael Page interessiert. Die Spekulationen waren stark genug, um die Page-Aktie ein neues Rekordhoch erklimmen zu lassen.

Die Börsenkapitalisierung von Page liegt jedoch bei umgerechnet mehr als zwei Mrd. sfr. Zudem dürfte Klaus Jacobs, der vorübergehend auch das operative Geschäft von Adecco leitet, vollauf damit beschäftigt sein, das nur schleppend laufende Frankreich-Geschäft auf Vordermann zu bringen. Schliesslich musste Konzernchef Jerome Caille den Hut nehmen, weil es in Frankreich nicht gut läuft. Frankreich ist Adeccos grösster Markt. Allerdings hatte Jacobs anlässlich der Ablösung Cailles auch erklärt, der Konzern schaue sich nach Übernahmegelegenheiten um.

Die Wandelanleihe dürfte auf jeden Fall gut laufen, so Londoner Marktteilnehmer. Der Markt für solche Papiere sei im Moment ausgetrocknet.

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