Großaktionär macht Druck
Escada arbeitet an Modernisierung

Der Luxusmodekonzern Escada hat bei seinem eingeleiteten Modernisierungskurs den Großteil der Strecke noch vor sich.

dpa-afx ASCHHEIM. "Wie bei einem Marathonlauf braucht es einen langen Atem und die richtige Taktik, um das Ziel zu erreichen", sagte Vorstandschef Frank Rheinboldt am Dienstag in Aschheim bei München. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 (31. Oktober) ging der Umsatz um mehr als drei Prozent auf 161,2 Mill. Euro zurück.

Den Gewinn konnte der Konzern im ersten Quartal nur durch Kosteneinsparungen um 11,3 Prozent auf 6,9 Mill. Euro steigern. "Der Escada-Konzern ist deutlich schlanker und krisenfester geworden", sagte Rheinboldt. Um die finanzielle Basis weiter zu stärken, sollen die Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr auf eine Dividende verzichten. Die Börse zeigte sich von den Neuigkeiten nicht überzeugt und sandte die Aktie auf Talfahrt. Bis zum Nachmittag verlor das Papier 2,87 Prozent auf 31,79 Euro.

Seit dem vergangenen Jahr arbeitet Escada daran, die Marke vom "Goldknopf- Image" aus den 80er Jahren zu befreien und ihr ein zeitgemäßeres Aussehen zu verpassen. Dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko reicht das Reformtempo bei Escada nicht aus. "Herr Aksenenko vertritt seine Meinung im Aufsichtsrat, dass wir schneller wachsen müssen", sagte Rheinboldt. Über einen Zwist mit dem Aktionär, der rund 25 Prozent der Anteile an Escada hält, war bereits in den vergangenen Wochen spekuliert worden.

Im Aufsichtsrat sorgt außerdem die Neubesetzung von zwei Posten für Unruhe. Die für Anfang April geplante Hauptversammlung musste verschoben werden, weil die potenziellen neuen Kandidaten noch nicht benannt sind. Ein neuer Termin für die Hauptversammlung steht noch nicht fest.

Trotz des Umsatzrückgangs im Auftaktquartal rechnet Escada im Gesamtjahr mit einem Zuwachs bei Umsatz und Gewinn. Dazu soll auch die umfangreiche Renovierung der Escada-Shops beitragen, für die der Konzern insgesamt bis zu 35 Mill. Euro ausgeben will. Die bereits umgestalteten Shops in Hamburg, Wien und anderen Städten hätten ihren Umsatz insgesamt bereits um 30 Prozent erhöht und bis zu 40 Prozent mehr Neukundinnen gewonnen.

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