Großaktionär
Mordaschow stützt Tui-Aufspaltung

Die Front der Unterstützer von Tui-Chef Michael Frenzel bröckelt. Nach langem Schweigen hat sich nun Großaktionär Alexej Mordaschow zur Zukunft des Schifffahrts- und Reisekonzerns geäußert und eine Abspaltung der Tui-Containersparte Hapag-Lloyd befürwortet. Damit rückt der russischer Großaktionär vom Vorstandsvorsitzenden Frenzel ab.

DÜSSELDORF. Der russische Investor spricht sich für eine Trennung von der Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd aus und stellt sich damit auf die Seite des norwegischen Großaktionärs John Fredriksen, also gegen die früheren Pläne Frenzels.

Fredriksen hatte sich mit seinem Drängen nach Aufspaltung des Konzerns erst vor kurzem gegen Frenzel durchgesetzt. Frenzel setzte lange Zeit trotz Kritik auf die Einheit von Schifffahrt und Touristik. Unterstützt wurde er dabei von einigen Investoren aus dem Touristikbereich, die kleinere Pakete an Tui halten. Mit Fredriksen und Mordaschow wendet sich nun das Blatt.

"Wir sind voll davon überzeugt, dass die angestoßene Überprüfung der strategischen Optionen für das Container-Reedereigeschäft eine Lösung im besten Interesse der Aktionäre hervorbringen wird", ließ Mordaschow über seine Beteiligungsgesellschaft S-Group mitteilen. "Die Entscheidung, sich auf die Touristik zu konzentrieren, wird Tui helfen, die Führungsposition in diesem Bereich auszubauen."

Tui-Chef Frenzel zählte Mordaschow bisher zu seinen Unterstützern. So bewertete gestern auch das Unternehmen die Äußerung: Grundsätzlich, sagte ein Unternehmenssprecher, interpretiere man solche Äußerungen nicht. Aber es sei eindeutig, dass Mordaschow die Linie des Vorstands unterstütze. Ähnlich sieht es Unicredit-Analyst Christian Obst: "Herr Mordaschow befürwortet jetzt nur, was ohnehin schon beschlossen war." Die Äußerung sei unspektakulär, weil Frenzel die Abspaltung mittlerweile auch nach außen vertrete. Das freilich macht er erst seit vergangener Woche und auf Drängen aus Aktionärskreisen. Er hatte das mit den Worten kommentiert: "Man kann ein Unternehmen nicht auf Dauer gegen den Markt führen."

Zuvor hatte der 61-jährige Frenzel vehement dafür gekämpft, Tui als integrierten Konzern mit einer Touristik- und einer Container-Reedereisparte zu erhalten. Erst als Großaktionär Fredriksen bei der Aufsichtsratssitzung vor einer Woche eine Mehrheit des Gremiums von der Notwendigkeit einer Überprüfung der Abspaltung von Hapag-Lloyd überzeugen konnte, drehte der Tui-Chef bei.

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