Großaktionär Peltz
Pepsi soll sich Milka schnappen

Nelson Peltz gilt als aggressiver Anleger: Er sorgte dafür, dass der Lebensmittelriese Kraft sich aufspaltete. Nun will er Pepsi zum Kauf des Milka-Konzerns Mondelez drängen. Eine Alternative hat er auch parat.
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Düsseldorf/New YorkIm April begann die Gerüchteküche zu brodeln. Die Anlagegesellschaft Trian Fund Management von Investor Nelson Peltz hatte bekannt gegeben, Aktien des Cola-Produzenten Pepsi und des Milka-Herstellers Mondelez in je dreistelliger Millionenhöhe gekauft zu haben. Die Aufregung war groß, denn in der Lebensmittelbranche kennt sich Peltz aus. Er kaufte einmal das Softdrink-Unternehmen Snapple, investierte in Firmen wie den Ketchup-Hersteller Heinz und die Pizza-Kette Domino's.

Jetzt ist der Plan des 71-Jährigen keine Spekulation mehr: Er versucht Pepsi dazu zu drängen, Mondelez zu kaufen. In der Firma hat der Kraft-Konzern sein internationales Lebensmittelgeschäft gebündelt und abgespalten. Bis zu 67,8 Milliarden Dollar (51,7 Milliarden Euro) solle Pepsi der Zukauf wert sein, sagt Peltz. „Pepsi ist am Scheideweg“, sagte er am Mittwoch in New York. Das Unternehmen habe eine Struktur geerbt, die nicht mehr funktioniere. Der Lebensmittelkonzern hat zwei große Geschäftsfelder: Getränke und Snacks.

Sollte sich Pepsi-Chefin Indra Nooyi, mit der er sich mehrfach getroffen habe, gegen den Deal wehren, schlägt er eine Alternative vor. Pepsi solle das Getränkegeschäft von seiner Snacksparte trennen: Pepsi ohne Cola.

Pepsi plane nicht, Mondelez zu kaufen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg eine Person, die mit den Vorgängen vertraut sei. Denn Mondelez entwickele sich unterdurchschnittlich und die starke Abhängigkeit von langsam wachsenden westeuropäischen Märkten machten einen solchen Zukauf zu einem Risiko. Auch die Abspaltung des Getränkegeschäfts sei keine Alternative. Pepsi teilte offiziell mit, eine Wachstumsstrategie etabliert zu haben, die auch den Aktionären nütze.

Ein Zukauf von Mondelez könnte zumindest ein Problem beheben: den künstlich kreierten Firmennamen. „Ich hasse den Namen Mondelez“, so Peltz. „Er klingt wie eine Krankheit.“ Für Pepsi scheint sich derweil Peltz zu einem Geschwür zu entwickeln, mit dem das Unternehmen umgehen muss. Ende März hielt er bereits Pepsi-Aktien im Wert von 940 Millionen Euro, insgesamt kommt Pepsi laut Bloomberg-Daten auf eine Marktkapitalisierung von rund 128 Milliarden Dollar. Zudem hält Peltz Mondelez-Papiere im Wert von 726 Millionen Euro.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Großaktionär Peltz: Pepsi soll sich Milka schnappen"

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  • Typisch Deutsch, die Rettung wieder einmal in einer Aufsichtsbehörde zu suchen.
    Kein Wunder kommt der Laden nicht aus dem Sumpf.
    Und die gleichen Behördenverehrer rütteln dauernd an der EU.
    Welch schizophrenes Land...

  • Das schlimme an Leuten wie Peltz ist das Sie sich für unfehlbare Gurus der Branche halten und so auftreten. NEin, für Ihn steht nicht im Vordergrund das Unternehmen an dem er sich beteiligt zu optimieren, er möchte gerne wie alle "Heuschrecken" kurzfrist Geld realsisieren. Kraft Foods mußte auf seinen Druck hin erfolgreiche Bereiche wie die Ceraliensparte, immerhin No 2 im Markt, verkaufen und dann wurde eine Ausschüttung an die Aktionäre vorgenommen, nur das hat Ihn interessiert. Die Aufteilung von Kraft Foods und Mondelez hat er nur gemacht weil die US Sparte höhere Margen realsieren kann, er also mehr Dividende bekommt. Warum sollte ein Spezialist für Getränke und Snacks sich einen Gemischtwarenteil wie Mondelez zulegen, macht keinen Sinn man wäre Jahre beschäftigt das Unternehmen zusammenzuführen. Es kann nicht sein das ein Kleinaktionär und das ist er trotz seiner Mill Beteiligungen auftriti wie ein Firmeninhaber... er soll die CEO's dieser Konzerne mal in Ruhe lassen, bei Kraft ging das nur weil er mit Irene Rosenfeld im selben Club ist...

  • Riesen aufspalten? Ich bekam bisher nur mit: Manager erhöhen sich die Gehälter in unendliche Höhe, für Fehler brauchen sie nicht zu haften und aus Mitarbeiter, normal bezahlt wurden nur noch "Sklaven", die ihr Einkommen selber zahlen sollen, gemacht. Auch Privatisierung fällt darunter. Die preise explodieren, Leistungen werden schlechter und die beteiligten Politiker, alles geheim? Habne Sie auf ihre Privatkonten Millionen abgeführt?

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