Großaktionäre sollen helfen, neue Märkte zu erschließen
Leaseplan will unabhängig von Volkswagen bleiben

Nach dem Eintritt des Großaktionärs Volkswagen betont der Chef von Leaseplan die Unabhängigkeit der Leasinggesellschaft mit Sitz im niederländischen Almere. „Wir werden unabhängig bleiben“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hugo Levecke im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB ALMERE. Nach monatelangen Verhandlungen hat die niederländische ABN-Amro-Bank ihre Leasing-Tochter Anfang November für zwei Mrd. Euro an eine Holding verkauft, an der Volkswagen mit 50 Prozent beteiligt ist. Die andere Hälfte der Holding teilen sich zwei arabische Investoren – die Mubadala Development aus Abu Dhabi und die saudi-arabische Olayan-Gruppe. Leaseplan bietet als so genannter Flottenmanager für Unternehmen das gesamte Management ihrer Dienstwagen an – vom Einkauf bis zur Wartung und Versicherung. Mit 1,1 Mill. Fahrzeugen in 26 Ländern ist das Unternehmen einer der größten hersteller-unabhängigen Flottenmanager weltweit.

ABN Amro hatte bereits vor drei Jahren entschieden, sich von der Leasing-Tochter zu trennen, um sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. „Wir sind froh, dass der Verkaufsprozess vorüber ist“, sagte Levecke. „Jetzt können wir uns wieder ganz auf das Geschäft konzentrieren“. Er räumte ein, dass das Geschäft durch den dreijährigen Verkaufsprozess indirekt gelitten habe. Für 2004 und 2005 ist er jedoch optimistisch: „Dieses Jahr sehen wir einen positiveren Trend von sechs Prozent. Nächstes Jahr werden wir das noch einmal steigern“, sagte er.

Der Eintritt von Volkswagen hat innerhalb der Leasing-Branche für Aufsehen gesorgt, da viele die Unabhängigkeit von Leaseplan gefährdet sehen. Auch Auto-Analyst Albrecht Denninghoff von der Hypo-Vereinsbank weist darauf hin, dass nur anhand der Zahlen schwer zu erkennen sei, ob Leaseplan mit VW genau so hohe Preisabschläge aushandele wie mit anderen Herstellern. Die Unabhängigkeit sei aber entscheidend für den Erfolg der Investition: „Leaseplan würde Geschäftsvolumen verlieren, wenn es nicht mehr unabhängig wäre“, erklärt er, „und dann hätte VW ein Unternehmen gekauft, das kontinuierlich Geschäft verliert“. Wenn die Unabhängigkeit nicht gewährleistet wäre, würde dies „das Unternehmen zerstören“, glaubt auch Levecke. Wohl nicht umsonst haben die neuen Eigentümer das bisherige Management im Amt gelassen. „Eine gewisse Garantie bieten auch die beiden externen Investoren“, sagt Denninghoff.

Seite 1:

Leaseplan will unabhängig von Volkswagen bleiben

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%