Großbanken klagen
Grünes Licht für französische Postbank

Die französische Post darf ihre Bankgeschäfte zum 1. Januar 2006 in eine eigene Postbank ausgliedern. Nach langem Widerstand der Gewerkschaften gaben die Pariser Aufsichtsbehörden „ohne Einschränkungen“ grünes Licht für La Banque Postale.

HB PARIS. Die französischen Großbanken kündigten daraufhin eine gemeinsame Klage vor der EU-Kommission an. Die Schaffung der Postbank verzerre den Wettbewerb, erklärten BNP Paribas, Banque Populaire, Crédit Agricole/LCL und Société Générale. Mit 28 Mill. Kunden und 17 000 Vertriebsstellen hat die Postbank vom Start weg mehr Privatkunden und ein weit dichteres Netz als jeder Konkurrent.

Die Postbank hat zunächst nur 1000 Mitarbeiter, kann aber beim Vertrieb auf 20 000 Finanzexperten der Post zurückgreifen. Die Gewerkschaften lehnen die Ausgliederung ab. Sie befürchten eine Öffnung des Kapitals für Privatinvestoren, Abbau der Dienste auf dem flachen Land und schlechtere Arbeitsbedingungen. Das Postgesetz erlaubt La Poste, bis zu 50 Prozent der Anteile an der Postbank zu verkaufen. Bis 2010 soll das Geldinstitut das Rentabilitätsniveau der privaten Banken erreichen.

Annähernd an die Postbank heran kommen bei der Verbreitung nur die französischen Sparkassen mit 26 Mill. Kunden (und 4700 Filialen). Die führende Großbank, Crédit Agricole/LCL, hat 22 Mill. private Kunden und 9000 Filialen. Die Crédit Mutuel kommt auf 9,5 Mill. Kunden und 3100 Filialen und die Société Générale auf 7,4 Mill. Kunden und 2124 Filialen, die Groupe Banque Populaire hat sechs Mill. Kunden und 2800 Filialen und die BNP Paribas 5,7 Mill. Kunden und 2200 Filialen.

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