Großbritannien
Amazon nutzt Schlupfloch zur Steuervermeidung

Fast neun Milliarden Euro Umsatz machte Amazon im vergangenen Jahr in Großbritannien. Dennoch muss der US-Konzern vergleichsweise wenig Steuern an das Land zahlen. Grund dafür sind Schlupflöcher im Steuergesetz.
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LondonHohe Einnahmen, aber geringe Steuerzahlungen: Amazon muss in Großbritannien für das vergangene Jahr umgerechnet nur rund 12,2 Millionen Euro Steuern zahlen. Dabei kam der US-Konzern dort im selben Zeitraum auf Umsätze von fast neun Milliarden Euro. Hintergrund der vergleichsweise geringen Last ist, dass der Online-Händler den Großteil seiner Europa-Gewinne in Luxemburg versteuert, wo meist ein geringerer Satz fällig wird.

Dennoch hat Amazon auf der Insel bislang nie mehr berappen müssen. Einem Experten zufolge könnte dies darauf hindeuten, dass die Finanzämter Amazon nach der öffentliche Diskussion um Steuervermeidung unter Druck setzen.

So meldete der britische Amazon-Ableger für das vergangene Jahr einen Gewinnanstieg von 56 Prozent, während der Umsatz nur um 13 Prozent zulegte. Hintergrund könnte sein, dass Amazon von den Steuerbehörden zur Änderung seiner internen Abrechnung gedrängt wurde, sagte der auf Bilanzierung spezialisierte Professor der Universität Essex, Prem Sikka. Die britischen Steuerbehörden waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Strategien zur Steuervermeidung von international tätigen Konzernen gelten als legal, sorgen aber immer wieder für Empörung. Unternehmen wie Amazon, Google und Apple verdienen in Europa viel Geld, zahlen aber kaum Steuern darauf. Entsprechende Schlupflöcher gibt es auch in Irland und den Niederlanden. Amazon, Google und Apple betonen, sie hielten sich in allen Ländern, in denen sie Geschäfte machen, an die Steuergesetze.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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