Großbritannien
Eon und RWE kaufen Gelände für AKW

Für knapp 230 Millionen Euro haben Eon und RWE in Wales ein Gelände für den Bau mehrerer Atommeiler gekauft. Ob die AKW auch gebaut werden, haben die Energiekonzerne noch nicht beschlossen.
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London/DüsseldorfDie Energiekonzerne Eon und RWE treiben trotz ungeklärter Finanzierungsfragen ihre Planungen zum Bau neuer Atomkraftwerke in Großbritannien voran. RWE erklärte, das gemeinsame Konsortium Horizon Nuclear Power habe 200 Millionen Pfund (knapp 230 Millionen Euro) für eine Fläche in Wales gezahlt, auf der mehrere Meiler errichtet werden sollen. Eine Investitionsentscheidung für den Bau der Anlagen ist allerdings weiter nicht absehbar. Zuletzt hatten Berichte die Runde gemacht, die unter hohen Schulden ächzenden Energieriesen suchten für die Milliarden-Investitionen Partner.

Die Fläche im walisischen Wylfa hatten sich Eon und RWE bereits im Jahr 2009 bei einer Auktion der britischen Regierung und dem französischen Versorger EDF gesichert. EDF hatte nach dem Erwerb des AKW-Betreibers British Energy 2008 den Verkauf der Fläche zugesichert. Eon und RWE wollen diese nun vorbereiten. Gebäude sollen abgerissen werden und auch der Naturschutz nicht zu kurz kommen. Für einige Fledermäuse müssen neue Schlafplätze gefunden werden.

Die beiden größten deutschen Energiekonzerne hatten angekündigt, bis 2025 fünf oder sechs Atomkraftwerke in Großbritannien zu bauen. In Wylfa sollen Meiler mit einer Leistung von 3,3 Gigawattt hochgezogen werden, der erste soll um das Jahr 2020 ans Netz gehen. Einen weiteren Standort haben sich die Konzerne Oldbury-on-Severn im Südwesten Englands gesichert. Die Überlegungen stammen jedoch noch aus der Zeit vor dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland, als die Versorger wesentlich besser dastanden. Seitdem sind Zweifel an der Umsetzbarkeit der Pläne laut geworden, für die die Konzerne bis zu 17 Milliarden Euro investieren wollen.

Nach der Atomwende in Deutschland mussten Eon und RWE hierzulande vier Meiler abschalten, die zu ihren Gewinnbringern gehörten. Belastungen aus der neuen Atomsteuer, ein schwaches Gasgeschäft und Milliardenschulden machen den Energieriesen zu schaffen. Daher könnten neue Partner für den Reaktor-Bau in Großbritannien willkommen sein. Die „Financial Times“ hatte vor wenigen Tagen berichtet, Horizon Nuclear Power verhandele über eine Finanzspritze von bis zu fünf Milliarden Euro.

Im Gegenzug könnte der Partner mit 25 Prozent beteiligt werden. Die Überlegungen seien bei Gesprächen der Versorger mit den Reaktorherstellern Toshiba aus Japan und dem französischen Areva-Konzern zur Sprache gekommen. Eon und RWE lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Offiziell geht alles seinen Gang. Die Arbeit des Konsortiums laufe wie geplant weiter, betonte RWE am Freitag. Eine finale Investitionsentscheidung werde in einigen Jahren getroffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Großbritannien: Eon und RWE kaufen Gelände für AKW"

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  • Nö, Sie haben nur nicht aufgepasst. Haben Sie sich schon einmal überlegt, dass wir so wie erträumt nicht aus der Stromproduktion mit Atomkraft aussteigen können?

    Man kann der Regierung, RWE und EON zu diesem Schachzug nur gratulieren. Es war doch klar, dass wir wieder Atomkraftwerke bauen werden.

    Der deutsche Wähler ist wie ein kleines Kind. Er hat einfach nicht begriffen, dass es auch Realitäten gibt, an denen auch wir nicht vorbeikommen.

    Wir können uns nicht aus der Windkraft versorgen. Die Anlagen in der Nordsee sind wirtschaftlich nicht wettbewerbsfähig und vom russischen Gas werden wir uns politisch nicht abhängig machen können. Russland ist politisch als nicht zuverlässig einzustufen.

    Übrigens: Ich bin auch gegen Atomkraftwerke. Aber bitte nicht im Austausch gegen Luftschlösser.

  • Die Meldung zum Kauf des Geländes zum Bau der AKWs veranlasst mich jetzt endgültig, meinen Strom woanders zu beziehen. Die haben nichts dazugelernt!

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