Großbritannien
Starbucks-Rivale freut sich über Steuerstreit

Steuern zahlen lohnt sich. Diese Erfahrung macht die britische Kaffeehaus-Kette Costa. Denn der US-Konkurrenten Starbucks leidet darunter, dass er mit einer Steuervermeidungstaktik die Politik gegen sich aufgebracht hat.
  • 0

LondonSteuern zu zahlen kann sich lohnen. Diese Erfahrung hat die britische Kaffeehaus-Kette Costa jetzt gemacht. Die Umsätze sind in den vergangenen drei Monaten stärker gestiegen als in den Quartalen zuvor, wie der Mutterkonzern Whitbread diese Woche bekanntgab.

Costa hat Analysten zufolge davon profitiert, dass viele Briten den Konkurrenten Starbucks boykottieren. Die amerikanische Kaffeehaus-Kette ist wegen ihrer Steuermoral in Großbritannien massiv in die Kritik geraten. Costa ist im Gegensatz dazu bislang noch nicht mit Steuervermeidungstricks in die Schlagzeilen gekommen.

Starbucks hat in den vergangenen drei Jahren gar keine Unternehmensteuern auf der Insel gezahlt. Der Konzern hat zwar nichts Illegales getan, sondern nur die offiziell erlaubten Möglichkeiten ausgenutzt. Die Briten haben das Starbucks dennoch übelgenommen.

Vergangene Woche hatte sich der US-Anbieter dem Druck gebeugt und angekündigt, für die nächsten zwei Jahre 20 Millionen Pfund (24,8 Millionen Euro) an die britischen Finanzämter zu überweisen. Starbucks ist die weltweite Nummer eins unter den Kaffeehaus-Ketten. Costa ist mit 1 200 Filialen der Marktführer in Großbritannien.

In den Monaten September bis November hat der Umsatz in den Costa-Cafés, die vor mehr als einem Jahr eröffnet wurden, gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent zugelegt. In dem Zeitraum März bis August fiel das Umsatzplus niedriger aus und lag bei 6,8 Prozent. Zuletzt hat Costa nach Angaben der Mutter Whitbread sogar einen neuen Rekord erzielt – mit 3,8 Millionen Kunden und einem Umsatz von zehn Millionen Pfund am Tag.

Die Nachrichten halfen dem Whitbread-Aktienkurs diese Woche nach oben. Am Freitag notierten die Papiere bei 24,40 Pfund und damit bereits 56 Prozent über dem Wert von Jahresbeginn. Neben Costa ist auch die Hotelkette Premier Inn Teil des Unternehmens, das im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,7 Milliarden Pfund umsetzte und einen Vorsteuergewinn von 306 Millionen Pfund erwirtschaftete. Knapp ein Drittel der Umsätze lieferte Costa. Die Kaffeehaus-Kette ist in Ländern wie China und Indien ebenfalls vertreten. Zuletzt hätten die Zuwächse in China aber nachgelassen, räumte Whitbread gestern ein.

Auch in der Heimat Großbritannien stößt Costa an Grenzen. So hat das Unternehmen zuletzt das Vorhaben aufgegeben, eine neue Filiale in einer westenglischen Kleinstadt zu eröffnen - wegen des enormen Widerstands der Einwohner. Diese wollten keine Filiale einer großen Kette in ihrer Stadt als Konkurrenz zu den kleineren lokalen Cafés.

 

Kommentare zu " Großbritannien: Starbucks-Rivale freut sich über Steuerstreit "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%