Große Anbieter besser als der Markt
Zeitarbeitsfirmen bauen Geschäft aus

Der eine organisiert die Schichtarbeit inklusive Zeiterfassung für einen großen Industriebetrieb, der andere managt gleich alle externen Dienstleister vom Gebäudereiniger bis hin zum Einsatz von Leiharbeitern – die Zeitarbeitsfirmen in Deutschland wandeln sich.

FRANKFURT. Zwar erwirtschaften sie immer noch Dreiviertel und mehr des Umsatzes mit der klassischen Arbeitnehmerüberlassung, also dem Verleih von Arbeitnehmern an Kundenunternehmen. Doch das Geschäft mit Werkverträgen, Sourcing, Projekten wächst. Das zeigt die am gestrigen Dienstag vorgestellte Studie des Beratungsunternehmens Lünendonk, die auf einer Befragung von knapp 60 Unternehmen der Zeitarbeitsbranche basiert.

„Unternehmen verlagern zunehmend mehr Aufgaben an externe Dienstleister. Davon profitieren auch Zeitarbeitsunternehmen“, sagt Hartmut Lüerßen, Geschäftsführer der Lünendonk GmbH. Die Top 15 Unternehmen der Branche machen mittlerweile rund 19 Prozent ihres Umsatzes mit Projektgeschäft, Werkverträgen und Outsourcing. Da werden ganze Produktionsabschnitte, wie beispielsweise das Montieren der Schalterleiste auf Waschmaschinen, an Zeitarbeitsfirmen übertragen, nennt Randstad-Manager Jürgen Schäfer, zuständig für den Bereich Marktforschung, ein Beispiel. Auch hochqualifizierte Aufgaben wie Finanzbuchhaltung sowie Konstruktions- und Ingenieurs-Dienstleistungen werden zunehmend an Zeitarbeitsfirmen vergeben.

Vor diesem Hintergrund sind denn auch die Übernahmen vom Jahresanfang zu sehen: Marktführer Randstad hat sich mit Bindan im Bereich hochqualifizierte Zeitarbeitnehmer verstärkt. Adecco will dasselbe mit der Dis AG tun. „Der Trend geht immer stärker zu hoch qualifizierten Fachkräften wie Ingenieuren oder IT-Spezialisten“, sagt auch Ingrid Hofmann, Inhaberin vom Zeitarbeitsunternehmen I.K. Hofmann. Dort sind von insgesamt 6 500 Mitarbeitern mehr als 300 Ingenieure und IT-Spezialisten im Einsatz, unter anderem in Branchen wie Autozulieferung, Elektronik und Flugzeugbau. Zum Ende des Jahres sollen es 500 sein.

Dass die Zeitarbeitsfirmen nicht genügend qualifizierte Kandidaten findet, sieht Randstad-Manager Schäfer denn auch als eine mögliche Wachstumsbremse für die derzeit boomende Branche. Insgesamt ist sie nach Schätzung von Lünendonk 2005 um rund 14 Prozent gewachsen und damit noch einmal stärker als 2004 (plus zehn Prozent).

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