Große Baustellen werden angegangen
Revolution bei Rewe

Der seit April amtierende Rewe-Vorstandssprecher Achim Egner will Deutschlands zweitgrößten Handelskonzern gründlich umbauen. „Wirtschaftlich ist es wenig sinnvoll, in Deutschland mit zwei unterschiedlichen Vertriebsorganisationen anzutreten“, sagte er am Rande einer Presseveranstaltung in Köln.

KÖLN. Man prüfe, den Großhandel mit den selbstständigen Rewe-Händlern und den Vertrieb der eigenen Filialbetriebe zusammenzuführen, erläuterte er. Die Rewe-Aufsichtsratsgremien, in denen die selbstständigen Genossen die Mehrheit besitzen, stünden diesen Überlegungen positiv gegenüber.

Bei Rewe käme dies einer Revolution gleich. Unter Führung des ehemaligen Chefs Hans Reischl hatte die genossenschaftliche Handelsgruppe 1989 die Leibbrand oHG komplett übernommen, zu der unter anderem die Supermarktketten Otto Mess, Hill und Deutscher Supermarkt zählten. Seither betreibt Rewe neben seinem Großhandelsgeschäft für die selbstständigen Rewe-Kaufleute auch eigene Lebensmittelgeschäfte.

Vor wenigen Monaten wurden sie unter dem Firmennamen Minimal auf ein gemeinsames Konzept eingeschworen. Nun sollen auch die selbstständigen Rewe-Betreiber in ihre Vertriebsorganisation eingegliedert werden. „Das würde die Kosten deutlich reduzieren und sich klar in einer verbesserten Rendite auszahlen“, sagt der Rewe-Vorstandssprecher. Obwohl die Genossenschaftler dadurch in ihren Sortimentsentscheidungen eingeschränkt würden, erwartet der ehemalige Debitel-Vizechef kaum Widerstände. Schon jetzt würden viele die Empfehlungen des Rewe-Großhandels eng befolgen, sagt er.

Mit dem geplanten Umbau will Egner den Kölner Konzern wieder auf Rendite trimmen, denn die ist alles andere als üppig. 2004 schafften die Kölner gerade einmal eine Ertragsmarge (Ebit) von 1,1 Prozent. Wettbewerber Metro dagegen kam auf 3,2 Prozent, Discounter wie Aldi erreichen nach Insiderberechnungen sogar Margen von 4,5 (Aldi Nord) bis 6,5 Prozent (Aldi Süd).

Von dem Plan, über eine Umsatzausweitung die Erträge zu verbessern, hat sich Egner vorläufig verabschiedet. „Ursprünglich hatten wir für dieses Jahr mit einem Umsatzplus gerechnet“, sagte er am Dienstag, „nun gehen wir von Erlösen auf Höhe des Vorjahresniveaus aus.“ Es komme jetzt darauf an, durch die Verbesserung der Geschäftsabläufe die Rendite zu verbessern.

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