Großkunden werden höhere Rabatte fordern
Airlines drehen an der Preisschraube

Der ohnehin üppig wuchernde Dschungel der Flugtarife wird von morgen an noch schwerer durchschaubar. Mit der Entscheidung der Lufthansa, den Reisebüros vom 1. September an keine Provision mehr für die Ausstellung von Flugtickets zu zahlen, werden alle Flüge des deutschen Kranich-Carriers teurer – bei rund 20 anderen Airlines auch, bei anderen aber eben nicht.

ek HB DÜSSELDORF. Der Kunde muss für die Ausstellung des Lufthansa-Tickets künftig ein „Service-Entgelt“ zahlen – in Größenordnungen zwischen 30 und 45 Euro je Flug. Damit lassen sich die Reisebüros künftig ihre Dienstleistung bezahlen, aber auch die Lufthansa selbst. Der Preis variiert, denn es gibt keine Vorgaben dafür. Was die Sache zusätzlich kompliziert macht: Viele Airlines haben einen späteren Zeitpunkt für die Umstellung auf Nettopreise gewählt.

So springen zunächst vorwiegend kleinere europäische Gesellschaften auf den Lufthansa-Zug auf. Doch nicht einmal im großen, von Lufthansa dominierten Airline- Verbund Star Alliance gibt es eine einheitliche Regelung. So zieht zwar der amerikanische Partner United Airlines gleich mit, andere Gesellschaften, wie etwa Singapore Airlines oder die brasilianische Varig, dagegen nicht.

Clevere Reisende, so beschreibt das Touristikfachmagazin „Travel One“, können deshalb das Service- Entgelt noch mühelos umgehen. Wer etwa einen Flug von Frankfurt nach Singapur mit einem Lufthansa-Jet bucht, spart dann die zusätzlichen Kosten, wenn er sein Ticket bei Singapore Airlines ordert. Der Flugschein gilt dann für denselben Flug, da dieser von beiden Gesellschaften im „Code-Sharing“ angeboten wird. Ein Service-Entgelt sei da nicht fällig, da die Airline aus Südostasien noch Provisionen an ihre Ticket-Verkäufer zahlt.

Jedoch wird der Kreis der Fluggesellschaften, die auf den Nettopreis umsteigen, in den nächsten Monaten immer größer. Ab 1. Oktober wollen die großen Lufthansa-Wettbewerber Air France und British Airways das neue System einführen. Ab 1. Januar folgen weitere europäische und interkontinentale Gesellschaften – darunter die japanische ANA, Cathay Pacific (Hongkong) und die amerikanische Delta Air Lines.

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