Gründer Stelios Haji-Ioannou sucht Franchise-Nehmer
Billig-Hotelkette Easy-Hotel kommt nach Deutschland

Die neue Hotel-Kette des Easy-Jet-Gründers Stelios Haji-Ioannou soll auch nach Deutschland expandieren. Dies kündigte der Gründer jetzt am Rande des Swiss-Economic Forums im Schweizerischen Thun an.

oli THUN. „Deutschland und insbesondere Berlin ist ein sehr wichtiger Markt“, sagte Haji-Ioannou. Er suche derzeit Franchise-Nehmer, die sich seiner Gründung Easy-Hotel anschließen wollen. Das erste Hotel der Kette öffnet heute in Basel seine Türen. Mitte Juli folgt das zweite Haus in London.

Das Prinzip, das der Easy-Jet- Gründer dabei verfolgt, gleicht dem seiner Fluggesellschaft: Wer bei den Hotels via Internet früh bucht, zahlt weniger als Kurzentschlossene. In London sind Zimmer von zehn Pfund an zu haben. In Basel soll der Durchschnittspreis 30 Euro betragen, ganz gleich, ob das Zimmer von ein oder zwei Reisenden benutzt wird. Gäste dürften ein sauberes, sicheres Zimmer mit eigenem Bad erwarten, sagt Haji-Ioannou. Gespart wird bei der Größe: Mehr als zehn Quadratmeter sind nicht drin. Das Frühstück kostet extra. Die Häuser, die vor allem aus umgebauten Pensionen bestehen sollen, können mit vier Mitarbeitern betrieben werden. Die Zimmerreinigung übernehmen Fremdfirmen. Der Besitzer in Basel hofft bereits im nächsten Jahr auf eine Auslastung von 70 Prozent – ein Wert der 20 Prozentpunkte über dem Durchschnittsergebnis in der Stadt liegt.

Easy-Hotel ist die 16. Firmengründung, die Haji-Ioannou unter dem Markenzeichen „Easy“ auf den Markt bringt. Erst seit Anfang dieses Monats lässt der 38jährige Reedersohn ein frisch renoviertes Kreuzfahrtschiff an der Côte d'Azur entlang schippern. Die Zweier-Kabine kostet ab 37,50 Euro pro Person und Nacht. Richtig erfolgreich ist bislang allerdings vor allem die Fluglinie des umtriebigen Griechen. Nachdem er Easyjet vor fünf Jahren an die Börse gebracht hatte und damit Milliardär wurde, gründete er pro Jahr drei weitere Firmen – von der Easy-Pizza bis zum Easy-Cinema. Alle funktionieren mehr oder weniger gut nach dem gleichen Prinzip: Wer früh bestellt, zahlt wenig.

Die Easy-Gruppe ist nicht börsennotiert und veröffentlicht keine Ergebnisse. Profitieren konnten bislang vor allem die Verbraucher von seinen Ideen. Immer wenn seine orange Firma auftaucht, reagiert die Konkurrenz mit sinkenden Preisen: Seine Gründung Easymobile blieb auf dem britischen Mobilfunkmarkt keinen Tag lang der billigster Anbieter. Kaum war Easymobile am Netz, senkte Carphone Warehouse ihre Tarife und unterbot die Easy-Gruppe. Nicht zuletzt deswegen ist Haji-Ioannou inzwischen zurückhaltender geworden, was das eigene finanzielle Engagement anbelangt. Er setzt wie bei seinen Hotelgründungen jetzt vor allem auf den Markennamen „Easy“, den er an Betreiber, die selbst investieren müssen, verkauft.

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