Grüne fordern mehr Kontrollen
Veterinäre finden tonnenweise Gammelfleisch in Frankfurt

In einem Kühlhaus in Frankfurt hat das Veterinäramt tonnenweise verdorbenes Rindfleisch gefunden. Das Gammelfleisch ausländischer Herkunft habe ein weit überschrittenes Haltbarkeitsdatum gehabt, teilte die Stadt Frankfurt am Montag mit.

HB FRANKFURT. Kontrollen hätten ergeben, dass bei einem Teil des eingelagerten Rindfleischs das Etikett mit den Angaben zur Haltbarkeit entfernt war. Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) wertete die Fund als Beleg dafür, dass die Kontrollen greifen. Er hatte wegen des Skandals mit Gammelfleisch aus Bayern eine Untersuchung aller Kühlhäuser in Hessen angeordnet.

Ein Teil des Fleisches wäre nach Darstellung eines Sprechers des Veterinäramtes nur bis zum Juli 2005 haltbar gewesen. Das Amt sei dabei, alles eingelagerte Fleisch aus dem Kühlhaus zu transportieren. Am Montag seien erst 20 Prozent abgeholt worden. Dann werde das Fleisch mikrobiologisch untersucht. Diese Überprüfung könne mehrere Tage dauern.

Nach ersten Erkenntnissen des Veterinäramts ist kein Gammelfleisch in den Handel gelangt, so dass nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung der Verbraucher auszugehen sei. Die verdorbene Ware war bei einer Routinekontrolle gefunden worden. In dem Kühlhaus habe es bisher „keine nennenswerten Verstöße gegen die Bestimmungen zur Lebensmittelsicherheit“ gegeben.

Das Veterinäramt geht davon aus, dass kein Zusammenhang mit dem Gammelfleischskandal in Bayern besteht. Nach diesem Skandal habe das Amt aber seine Kontrollen verschärft. Das Kühlhaus sei versiegelt worden.

Hessens Grüne fordern als Konsequenz aus dem Gammelfleischskandal mehr Informationen für die Verbraucher und mehr Kontrollen. Wie in Dänemark sollten auch in Hessen die Verbraucher schon an der Ladentür erfahren, was die jeweils letzten Kontrollen der Betriebe ergeben haben, sagte der Landtagsabgeordnete Martin Häusling am Montag in Wiesbaden. Das Umweltministerium erklärte dazu, das sei derzeit nur mit Zustimmung der Unternehmen möglich.

In Dänemark informierten laut Häusling seit 2001 stilisierte Gesichter (Smileys) mit Gesichtsausdrücken von fröhlich bis grimmig gut sichtbar in Supermärkten, Metzgereien, Restaurants, Kantinen und anderen Lebensmittel verarbeitenden Unternehmen grob über die Ergebnisse der Hygienekontrollen. Der grimmige Smiley steht beispielsweise für ein Bußgeld, eine Anzeige oder eine entzogene Zulassung. Unter dem Smiley folgt der Inspektionsbericht. Diese Berichte stehen zudem im Internet, wo Verbraucher außerdem die Untersuchungsergebnisse von Großhändlern nachlesen können.

Darüber hinaus halten die Grünen sehr viel mehr Kontrollen als bisher für nötig. Alle Unternehmen sollten mindestes ein Mal pro Jahr kontrolliert werden. Derzeit müssen Unternehmen laut Häusling nur alle zwei Jahre mit einer Kontrolle rechnen und große Unternehmen nur ein Mal alle drei Jahre. Das Ministerium wies darauf hin, die Häufigkeit der Kontrollen richte sich unter anderem nach der Art der verarbeiteten Lebensmittel. So würden Schlachtbetriebe täglich überprüft.

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