Grund für Gewinneinbruch
Telekom reagiert zu spät

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal mit einem Gewinneinbruch die Quittung für ihre Versäumnisse erhalten. In einem sich rasant wandelnden Markt hat es das Unternehmen nach Ansicht von Experten versäumt, frühzeitig gegenzusteuern. Vor allem in Deutschland laufen die Geschäfte schlecht.

BONN. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis der Deutschen Telekom vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro gesunken. Der Umsatz wuchs allein auf Grund des guten Auslandsgeschäfts um 2,6 Prozent. Der Ex-Monopolist hat deshalb am Donnerstag seine Prognose für Umsatz und Gewinn sowohl für das laufende als auch für das kommende Jahr deutlich reduziert. Die T-Aktie brach daraufhin um fast acht Prozent ein.

„Die Reaktionszeit des Managements ist viel zu langsam“, kritisiert Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. Auch Dan Bieler vom Marktforscher Ovum weist darauf hin, dass Telekom-Wettbewerber wie die niederländische KPN oder British Telecom (BT) schneller auf Markttrends reagiert haben.

Die Branche befindet sich derzeit in einem raschen Wandel: Das klassische Festnetz leidet unter dem Vormarsch der Internet-Technik und preiswerten Angeboten der Mobilfunker. Die Mobilfunkmärkte wiederum sind in den meisten Industrienationen gesättigt, was zu einem Preisverfall führt.

Die niederländische KPN bietet deshalb bereits seit Monaten Internetfernsehen an, um sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Die englische BT rüstet als erstes Unternehmen Europas sein komplettes Festnetz auf die Technik des Internet-Protokolls (IP) um.

Beides plant die Deutsche Telekom auch – aber eben später. Internetfernsehen will sie nur auf ihrem neuen Hochgeschwindigkeitsnetz zeigen, um dessen Nutzungsmöglichkeiten aber noch ein Streit mit der Bonner Regulierungsbehörde schwelt. Ihr Netz will die Telekom nun 2009/2010, zwei Jahre früher als geplant, auf das Internet-Protokoll umstellen – als Reaktion auf die schlechten Zahlen. „Die Telekom trifft Entscheidungen erst, wenn es keinen Ausweg mehr gibt“, meint Analyst Rothauge.

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