Güllehandel
Ein schmutziges Geschäft

Manche Bauern haben zu viel, andere zu wenig: Gülle. Der Handel mit dem Mist boomt wie nie, doch es gibt Probleme. Die EU droht mit Klage.
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DüsseldorfWenn Georg Südholdt sein iPad rausholt, will er nicht etwa seine Mails beantworten oder im Netz surfen. Er schaut nach, welchem landwirtschaftlichen Betrieb gerade der Dung bis zum Hals steht. Und das ist fast wörtlich gemeint. Der Münsterländer Unternehmer hat sich auf das Geschäft mit Gülle spezialisiert – er nimmt den Gülleproduzenten ihren Mist ab und bringt ihn dorthin, wo er gebraucht wird.

Mithilfe ihrer iPads können er und seine Fahrer sehen, welches Silo voll ist und wo die nächste Ladung abzuholen ist. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es inzwischen rund fünfzig Unternehmen, die sich auf Abnahme, Transport und Vermittlung von Gülle spezialisiert haben.

Der Handel mit Stallabfällen hat sich unbemerkt zu einem großen Markt etabliert. Denn das Gülleaufkommen ist so groß wie nie zuvor. Der Grund: Die Fleischproduktion in Deutschland steigt seit Jahren, die Anzahl an Großmast- und Biogasanlagen nimmt zu. Und damit auch die Menge an Mist, Gülle und sogenannten Gärresten.

Früher war es einfach: Was in den Ställen anfiel, wurde auf die eigenen Felder gebracht. Heute ist die Landwirtschaft hochspezialisiert, gleichzeitig ist die Düngung vor der eigenen Haustür begrenzt. In Regionen mit viel Viehwirtschaft, dem Münsterland beispielsweise, wissen die Bauern nicht, wohin mit ihrem Mist. Andere Landwirte wollen gerne damit düngen, haben aber keine Tiere: Sie haben Bedarf, Dung ist wesentlich billiger als künstlich hergestellter Dünger.

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