Gütertochter des Bahn-Konzerns kämpft mit Preisverfall: Railion strafft deutschen Rangierbetrieb

Gütertochter des Bahn-Konzerns kämpft mit Preisverfall
Railion strafft deutschen Rangierbetrieb

Die letztes Jahr trotz einer Rekord-Transportleistung in die roten Zahlen gerutschte Güterbahn Railion AG plant eine umfassende Straffung ihres bundesweiten Rangierbetriebs. Der kostenintensive Einzelwagenverkehr soll über ein neues Knotenpunktsystem vereinfacht werden.

HB MAINZ. In diesem Geschäft werden einzelne Waggons oder kleinere Wagengruppen in bestimmten Güterbahnhöfen für ihre Reiseroute zu Güterzügen zusammengestellt. Die neue Struktur ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 geplant. Sie soll die Deutsche-Bahn-Tochter zurück in die schwarzen Zahlen bringen.

Railion hat im letzten Jahr die Transportleistung um fünf Prozent erhöht, „doch die Erlöse fallen schneller als die Herstellkosten“, sagte Vorstandschef Klaus Kremper. Zwar habe die Cargo-Bahn teilweise massive Preiserhöhungen durchsetzen können, werde aber 2004 einen zweistelligen Millionenverlust bilanzieren. Zahlen würden auf der Bilanzpräsentation der Bahn im Mai genannt.

Von dem neuen Knotenpunktsystem erhofft sich Kremper „hohe zweistellige Millionenbeträge“ an Betriebs- und Qualitätseffekten. Künftig würde der Einzelwagenverkehr, der mit 1,3 Mrd. Euro Umsatz größter Geschäftszweig von Railion ist, erheblich stärker gebündelt. So soll in zentralen, leistungsfähigen Zugbildungsanlagen das Wagenaufkommen mindestens verdoppelt werden, erklärte Produktionsvorstand Eckart Fricke. Damit gebe es für viele Relationen künftig so viel Verkehrsvolumen, dass mehr durchgehende Direktzüge – also ohne Stopps in weiteren Rangierbahnhöfen – gefahren werden könnten, auch mehrmals täglich. Zudem könnten die großen Rangieranlagen, die heute häufig nur nachts intensiv genutzt werden, im 24-Stunden-Rhythmus ausgelastet werden.

Die beabsichtigte „Verschlankung“ der Produktion betrifft auch die DB Netz AG. Railion wird Teile der bisher genutzten Infrastruktur aufgeben. So erwartet Fricke, dass insbesondere in regionalen Knotenbahnhöfen die von der Fahrweg-Schwester gemieteten Zugbildungsanlagen zumindest in Teilen für Railion entbehrlich werden. Das bedeute aber nicht, dass diese Anlagen automatisch stillgelegt werden, betonte ein Sprecher der DB Netz AG: Es gebe bei anderen Bahnunternehmen durchaus Nachfrage nach freien Kapazitäten.

Noch fehlen ohnehin die Detailplanungen. Railion-Chef Kremper sagte aber, dass der Betrag von 240 Mill. Euro, den die Cargo–Tochter für die Nutzung der Anlagen jährlich zahlt, im Hinblick auf die angestrebte Kapitalmarktfähigkeit der Bahn AG bei der heutigen Auslastung der Kapazitäten „nicht angemessen“ sei. „Die Anlagenpreise müssen runter“, betonte Kremper.

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