Handel + Konsumgüter
Gute, aber nicht einfache Kunden

Es sind anspruchsvolle Kunden, sie machen viel Arbeit. Es sind aber auch gute und immer größere Kunden. Der Boom in der Private-Equity-Branche sorgt weit über die Grenzen der Finanzinvestoren hinaus für bombige Geschäfte.

FRANKFURT. „Private Equity ist für uns mittlerweile ein wichtiges Geschäft und wird zunehmend wichtiger“, sagt Freddy Strottmann, Partner und Private-Equity-Experte bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte & Touche.

Ob Investmentbanker, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte oder PR-Berater, sie alle werden bei größeren Private-Equity-Transaktionen ins Boot geholt. Dementsprechend partizipieren diese Berufsgruppen von der wachsenden Bedeutung der Finanzinvestoren. „Private Equity ist mittlerweile eine sehr wichtige Säule unseres Geschäfts“, bestätigt Christopher Kellet, Partner der internationalen Anwaltssozietät Clifford Chance.

Dabei ist die Spanne der juristischen Beratungskosten bei Übernahmen riesig und reicht von wenigen zehntausend bis mehrere Millionen Euro. Immer häufiger setzen die Finanzinvestoren Erfolgskomponenten durch: bei erfolgreichen Transaktionen erhalten die Anwälte etwas mehr, bei nicht erfolgreichen weniger Honorar. Das sieht Tim Oliver Brandi, Partner von Lovells, nicht ohne Skepsis: „Flat-Fees oder reine Erfolgshonorare sind im juristischen Bereich nicht sinnvoll. Der Mandant muss sich sicher sein können, dass ihm nicht nur wegen der Aussicht auf ein Erfolgshonorar zu einer Transaktion geraten wird oder dass der Anwalt - weil das Budget bereits erschöpft ist – weniger Sorgfalt als erforderlich auf die Transaktion verwendet.“

Auch die Kommunikationsberater freuen sich über den Boom. Wurden früher nur bei wenigen Transaktionen die PR-Experten konsultiert, sind sie heute in der Mehrzahl der Deals frühzeitig mit dabei. Berater etwa von Brunswick, Financial Dynamics oder Hering Schuppener rechnen deshalb damit, dass sich dieses Geschäft weiter sehr positiv entwickeln wird.

Die starke Nachfrage nach Beratungsexpertise verwundert nicht, schließlich werden M&A-Transaktionen, also eine Übernahme, immer komplexer, immer mehr Aufgaben gilt es zu erledigen. „Früher haben wir bei Private Equity vor allem auf der Kaufseite beraten, also das Zielunternehmen analysiert und die Due Diligence gemacht. Heute sind ganz neue Tätigkeiten hinzugekommen. Wir beraten etwa die von Finanzinvestoren übernommenen Firmen über ihren gesamten Lebenszyklus bis zum Exit“, beschreibt Strottmann von Deloitte die Entwicklung.

„Dazu stellen wir beim Portfoliounternehmen unsere Expertise im Steuerrecht oder beim Thema Fremdfinanzierung zurVerfügung, etwa um dort die Steuerlast zu mindern“ nennt der Deloitte-Mann ein Beispiel und fügt ein weiteres hinzu: „Viele gerade kleinere Firmen haben kein ausreichendes Financial Reporting. Das ist aber für den Finanzinvestor und die finanzierenden Banken enorm wichtig. Auch hier beraten wir.“

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