Gutes Quartal
Geschäfte am Hamburger Hafen laufen rund

Verzögerungen bei der Elbvertiefung und der maue Handel auf den Weltmeeren trübte zuletzt die Geschäfte des Hamburger Hafens. Doch im dritten Quartal ging es für den wichtigsten deutschen Hafen wieder aufwärts.
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HamburgAus dem Hamburger Hafen waren zuletzt vor allem Klagen über die Verzögerungen bei der Elbvertiefung und Probleme mit den Verkehrsanbindungen zu hören. Die Zahlen für das dritte Quartal fallen dennoch überraschend gut aus.

Der Hamburger Hafen ist in den Sommermonaten stärker gewachsen als erwartet. Der Gesamtumschlag legte im dritten Quartal um 11,1 Prozent auf 35,8 Millionen Tonnen zu, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Donnerstag in Hamburg mit. Dabei profitierte der Hafen von zwei Sonderentwicklungen bei den Massengütern, deren Umschlag um fast 19 Prozent zunahm. Zum einen wurden mehr Öl und Ölprodukte importiert, zum anderen verdoppelten sich wegen einer guten Ernte die Getreideexporte. Der wichtige Containerumschlag lag mit 2,4 Millionen Standardcontainern (TEU) um 6,3 Prozent höher als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Für die ersten neun Monate betrug das Wachstum beim Güterumschlag 6,0 Prozent, beim Containerumschlag 3,6 Prozent auf 7,0 Millionen TEU. Damit wächst der Hamburger Hafen fast als einziger in der Nordrange der großen Containerhäfen Nordwesteuropas und baut seinen Marktanteil um 1,1 Punkte auf 24,7 Prozent aus. „Wir sind auf einem sehr guten Weg in Richtung der Zahlen von 2008“, sagte Axel Mattern, Vorstand der Marketing-Gesellschaft. Damals hatte der Hafen fast zehn Millionen TEU umgeschlagen; danach hatte die Wirtschafts- und Finanzkrise die Umschlagleistungen einbrechen lassen. Nun erwartet der Hafen für das Gesamtjahr 9,3 Millionen TEU, wenn die positive Entwicklung der ersten neun Monate anhält.

Für das Wachstum im Containerverkehr sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Asien und vor allem China liefern wieder mehr Waren. Das dritte Quartal ist für die Häfen das Weihnachtsgeschäft. Der Containerverkehr mit dem wichtigsten Handelspartner China legte deutlich zu und war nach neun Monaten immerhin mit 0,4 Prozent im Plus. Auch andere große asiatische Partner wie Singapur (plus 5,4 Prozent), Südkorea (plus 8,9 Prozent) und Malaysia ((plus 5,8 Prozent) weiteten ihre Handelsbeziehungen mit dem Hamburger Hafen aus.

Zum anderen nahmen die Zubringerverkehre in die Ostsee, die rund 40 Prozent des Containerumschlags ausmachen, wieder kräftig zu. Speziell der zweitgrößte Handelspartner Russland (plus 8,1 Prozent) sowie Schweden und Polen wurden verstärkt von Zubringerschiffen angelaufen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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