Hafen Rotterdam
Der Weg ins Ruhrgebiet wird teuer

Die neue Bahnstrecke vom Hafen Rotterdam ins deutsche Industriegebiet kostet die Niederländer mehr als gedacht. Tatsächlich waren die Kosten in den vergangenen Jahren immer weiter geklettert und liegen nun bei 4,6 Mrd. Euro. Als die Planungen 1990 begannen, sollte die Strecke gerade einmal ein Viertel davon kosten.

BRÜSSEL. Der Rotterdamer Hafen ist der größte Europas. Jährlich werden hier über 300 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen. Ein großer Teil davon muss nach Deutschland transportiert werden, vor allem ins Ruhrgebiet.

Damit die Waren in Zukunft schneller und zuverlässiger bei den Kunden angekommen, hat die niederländische Regierung als Haupteigner des Rotterdamer Hafens Mitte der 90-er Jahre den Bau einer neuen Schienenverbindung direkt vom Hafen ins Ruhrgebiet beschlossen. Derzeit fehlen nur noch Restarbeiten an der so genannten Betuwe-Route, die teilweise entlang der Autobahn A 15 nach Emmerich führt.

Ab 2007 sollen auf dieser Strecke bis zu 450 Güterzüge täglich verkehren. Das niederländische Verkehrsministerium rechnet mit einem jährlichen Volumen von 30 Mill. Tonnen.

„Die Route bringt uns erhebliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz zum Beispiel in Antwerpen“, sagt Hafensprecher Minco van Heizen. Der Antwerpener Hafen, der weniger als 50 Kilometer südlich von Rotterdam liegt, hat nämlich bisher nur eine veraltete Bahnlinie, den Eisernen Rhein, auf der der Transport wesentlich länger dauert als auf der hochmodernen Betuwe-Strecke.

Aber noch bevor die Bauarbeiten abgeschlossen sind, hat die Euphorie in den Niederlanden einen gewaltigen Dämpfer bekommen. „Die Betuwe-Route ist einer der Tiefpunkte in der Geschichte der niederländischen Infrastruktur“, sagt Erik Verhoef, Verkehrsökonom an der Universität Amsterdam. Die Strecke, meint Verhoef, könne niemals kostendeckend betrieben werden, die Investitionen seien nicht gerechtfertigt.

Tatsächlich waren die Kosten in den vergangenen Jahren immer weiter geklettert und liegen nun bei 4,6 Mrd. Euro. Als die Planungen 1990 begannen, sollte die Strecke gerade einmal ein Viertel davon kosten.

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