Hafenbetreiber
Schwacher Welthandel trifft HHLA

Der Hamburger Hafen bekommt die Schwäche des Welthandels zu spüren. Der Gewinn in den ersten neun Monaten hat sich mehr als halbiert. In den kommenden Monaten werde es nur langsam aufwärts gehen.
  • 0

HB HAMBURG. Der Hafenbetreiber HHLA hat im dritten Quartal wegen der Flaute des Welthandels tiefe Einbrüche hinnehmen müssen. Aufgrund der eingeleiteten Sparmaßnahmen konkretisierte der HHLA-Vorstand am Donnerstag seinen Ausblick und stellte für 2009 eine EBIT-Marge am oberen Ende der Spanne von 14 bis 16 Prozent in Aussicht. Das im MDax notierte Unternehmen hält einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro einschließlich der Immobiliensparte für ein anspruchsvolles Ziel, will aber so nah wie möglich an diesen Wert herankommen. Bei einem Umsatzanteil von 97 Prozent entspräche das einem Richtwert für die Hafenlogistik von 970 Mio. Euro. Zu Handelsbeginn stürzte die Aktie um 6,17 Prozent auf 25,10 Euro in den Keller.

Die Hamburger sehen sich wegen der schweren Lage der Containerschifffahrt und eines intensivierten Wettbewerbs im Hinterland steigendem Preisdruck ausgesetzt. Um die negativen Auswirkungen abzufedern, will die HHLA die Kosten in diesem Jahr um 160 bis 180 Mio. Euro drücken. Die Investitionen schraubte der Vorstand sukzessive auf nunmehr 180 Mio. Euro zurück. Diese Maßnahmen dürften den Umsatzeinbruch allerdings nur teilweise ausgleichen.

Der schrumpfende weltweite Containerverkehr schlägt sich auf den Umschlag nieder. Der Mengenrückgang wirkt sich unmittelbar auf den Bahnverkehr (Intermodal) im Hinterland aus. Das Segment Logistik ist dank der Hafenberatung und des Massengut-Umschlags von Kohle weniger stark beeinträchtigt. Unterm Strich wird die HHLA in diesem Jahr voraussichtlich erheblich weniger verdienen als noch 2008.

Zwar kam der Einbruch der Weltwirtschaft in diesem Sommer zum Stillstand, der zwischenzeitliche leichte Anstieg des Welthandels scheint aber auf die Konjunkturprogramme vieler Länder zurückzugehen. Nicht nur der Asienhandel, das Herzstück des HHLA-Geschäfts, brach ein, auch der Zubringerverkehr in der Ostsee nahm stark ab.

Der Umsatz brach von 338,4 auf 238 Mio. Euro ein und damit etwas stärker als erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sackte von rund 92,6 auf 44,5 Mio. Euro (Prognose: 42 Mio). Unterm Strich schrumpfte der auf die Aktionäre entfallende Überschuss von 47,2 auf 18,1 Mio. Euro und übertraf damit die Erwartungen der Branchenexperten (Prognose: 15,2 Mio Euro).

Wie im bisherigen Jahresverlauf prägten Preisdruck und abnehmende Lagerleistungen das Geschäft. Während HHLA in den vergangenen Jahren am Rande ihrer Kapazität arbeitete und diese immer weiter ausbaute, wandert der Handel derzeit an günstigere Häfen wie Antwerpen und Rotterdam ab. Wenn der Welthandel wieder anzieht, wird HHLA davon profitieren. Bis dahin zieht die Flaute Umsatz und Gewinn aber in erheblich stärkerem Maße in Mitleidenschaft als Industrieunternehmen.

Kommentare zu " Hafenbetreiber: Schwacher Welthandel trifft HHLA"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%