Halbjahres-Bilanz
Bahn kratzt beim Umsatz an 20-Milliarden-Marke

Erlöse und Gewinne gehen bei der Deutschen Bahn durch die Decke. Der Personenverkehr boomt, nur der Gütertransport schwächelt. Aus der Politik kommen erste Forderungen, den Gewinn in die Netze zu stecken.
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BerlinDie Deutsche Bahn hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so viele Zugreisende transportiert wie in keinem Halbjahr zuvor und dabei prächtig verdient. Die Zahl der Fahrgäste stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf mehr als eine Milliarde. Nicht berücksichtigt sind dabei die Ergebnisse der 2010 erworbenen Bahn-Tochter Arriva. „Wir sehen, dass wir mit interessanten Angeboten die Menschen zum Umstieg vom Auto auf den Zug bewegen können“, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahresbilanz.

Auch beim Umsatz und Ergebnis verbuchte der Konzern einen neuen Rekord: Die Einnahmen legten zwischen Januar und Ende Juni um 3,3 Prozent zu auf 19,5 Milliarden Euro. Das ist der höchste Halbjahresumsatz in der Geschichte der Deutschen Bahn. Das gilt auch für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit): Es stieg um 16,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Nach Steuern stand ein Ergebnis von 794 Millionen Euro unterm Strich, ein Plus von 22,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Verbessern konnte die Bahn auch die Pünktlichkeit ihrer Züge: Der durchschnittliche Wert lag 2011 bei 92,9 Prozent. Im Januar dieses Jahres waren 96,5 Prozent aller Züge pünktlich, der Tiefstwert lag im Februar bei 94,3 Prozent.

Für das gesamte Jahr bestätigte der Vorstand trotz einer sich abschwächenden Konjunktur die Ergebnisprognose aus dem Frühjahr von operativ mehr als 2,6 Milliarden Euro. „Wenn im zweiten Halbjahr eine Rezession vermieden werden kann, dürfen wir davon ausgehen, dass der Konzern auch für das Gesamtjahr 2012 neue Rekordzahlen bei Umsatz und Ergebnis zeigen wird“, sagte Finanzvorstand Richard Lutz.

Laut ihrem im Frühjahr beschlossenen Strategieprogramm „DB 2020“ will die Deutsche Bahn ihren Jahresumsatz bis zum Jahr 2020 auf 70 Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Davon sollen 10 Milliarden Euro durch Zukäufe kommen. Zu etwaigen konkreten Übernahmeplänen äußerte sich der Vorstand am Donnerstag nicht. „Oberstes Ziel ist der Schuldenabbau“, sagte Grube. Akquise sei erst ein Thema, wenn der Schuldenstand unter 15 Milliarden Euro sinke. Ende Juni belief sich der Schuldenberg des Konzerns auf gut 16,9 Milliarden Euro netto, für das Jahresende erwartet der Vorstand etwa 16,6 Milliarden - so viel wie 2011.

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