Halbjahres-Bilanz
Logistik-Sparte der Bahn rutscht ins Minus

Der Gewinn der Deutschen Bahn wird in diesem Jahr um fast ein Fünftel schrumpfen. Vor allem der Güterverkehr macht dem Konzern zu schaffen. Doch auch im Personenverkehr läuft nicht alles rund – etwa bei den ICE.
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BerlinDer Überschuss der Deutschen Bahn schrumpft, das war schon vor der offiziellen Bekanntgabe der Zahlen am heutigen Donnerstag bekannt. Doch es wird im Gesamtjahr wohl sogar einen noch deutlicheren Rückgang geben als jüngst befürchtet. Von den 2,9 Milliarden Euro Betriebsgewinn war schon länger keine Rede mehr, 2,3 Milliarden Euro wurden dann kolportiert – jetzt rechnet Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube nur noch mit 2,2 Milliarden Euro. Das wäre ein Rückgang um fast ein Fünftel.

Unter anderem versaut das Transportgeschäft die Stimmung. Denn die Bahn ist auch einer der größten Logistikkonzerne der Welt. Der Güterverkehr auf der Schiene hat aber im ersten Halbjahr einen deutlichen Dämpfer erlitten. Nach einem Betriebsergebnis von schon mageren 24 Millionen Euro im Vorjahr, steht im ersten Halbjahr dieses Jahres ein Minus von sechs Millionen Euro in den Büchern der Sparte – und dass obwohl ein Sparprogramm dort bereits Einsparungen von insgesamt 220 Millionen Euro eingebracht habe. Das schwache wirtschaftliche Umfeld in Europa habe dazu beigetragen. In der Luft- und Seefrachtsparte fiel der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel auf 82 Millionen Euro.

Neben der Wirtschaftsflaute macht der Konzern auch steigende Personal- und Energiekosten für den Gewinnrückgang verantwortlich. Zudem habe sich auch das Hochwasser mit der Sperrung einer wichtigen Elbquerung zwischen Berlin und Hannover bemerkbar gemacht. Dennoch verzeichnete der Konzern bei den Passagierzahlen noch ein Plus, was den Rückgang in der Logistik aber nicht wettmachen konnte.

Der leichte Zuwachs bei den Fahrgastzahlen auf insgesamt 991 Millionen Passagiere war dem Regionalverkehr geschuldet. Im Fernverkehr sank die Zahl um 800.000 auf 62,5 Millionen, der Umsatz legte dort allerdings leicht um zwei Prozent auf zwei Milliarden Euro im Halbjahr zu. Mit der Verfügbarkeit der ICE-Flotte hatte die Deutsche Bahn indes auch weiterhin Probleme. Zunächst habe ein strenger Winter zu mehr Schäden an Zügen geführt und das Wetter die Instandhaltung der Züge erschwert. Dann beeinträchtigte vor allem das Hochwasser im Juni die Verfügbarkeit.

Wegen des schrumpfenden Gewinns des Gesamtkonzerns ist eine Debatte entbrannt, ob das Unternehmen auch weiterhin unverändert 525 Millionen Euro Dividende an den Bund zahlen soll. Der Staat ist der einzige Aktionär des Unternehmens.

Mit Material von dpa und Reuters.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Halbjahres-Bilanz: Logistik-Sparte der Bahn rutscht ins Minus"

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  • das HB sollte lam recherchieren,wos nicht läuft beim bahntransport


    sparte und land

    sicher die unter hartmut bei den wild überteuert zusammengekauften auslandsbeteiligungen


    mehdorn ein tausendsassa mit millionenverlust händchen

    wenn der beim BER geht ist da nur noch ein RIESEN LOCH in der märkischen scholle

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