Halbjahres-Bilanz
Thomas Cook verliert weniger Geld

Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook hat in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2005/2006 weniger Verlust vor Steuern gemacht als im selben Zeitraum des Vorjahres. Im Gesamtjahr sollen schwarze Zahlen herauskommen. Auch Flugtochter Condor schnitt ordentlich ab.

HB FRANKFURT. Im ersten Halbjahr sei der Vorsteuerverlust um knapp 12 Prozent auf 216 Mill. Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Konzernumsatz sei nur leicht um 1,3 Prozent auf 2,436 Mrd. Euro, die Zahl der Reisenden ebenfalls um 1,3 Prozent auf 3,234 Mill. gestiegen. Die Nettokreditverschuldung betrug Ende April 60 Mill. Euro nach 512 Mill. Euro ein Jahr zuvor.

Grund für das verhältnismäßig gute Abschneiden im Halbjahr sind allerdings vor allem Sondererträge aus dem Verkauf der Mehrheit am Clubveranstalter Aldiana und anderen Beteiligungen. Diese Buchgewinne verdreifachten sich auf 103 Mill. Euro.

Das Unternehmen bleibe bei dem Ziel, in dem bis 31. Oktober laufenden Geschäftsjahr 2005/2006 den Gewinn weiter zu verbessern, erklärte Konzernchef Thomas Holtrop. Im Vorjahr hatte der gemeinsam Lufthansa und Karstadt-Quelle gehörende Konzern mit einem Überschuss von 105 Mill. Euro nach vier Verlustjahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Verluste im ersten Halbjahr sind in der Touristik üblich; die Sommersaison spült das Geld in die Kasse.

Besonders zufrieden zeigt sich die Nummer zwei nach Marktführer Tui mit dem laufenden Sommergeschäft. Der gebuchte Umsatz liege konzernweit derzeit 5,2 Prozent über dem Vorjahr. Bei Tui betrug das Umsatzplus für das Sommergeschäft bis Mitte Mai lediglich knapp 1 Prozent. Allerdings verläuft auch bei Thomas Cook das Geschäft unterschiedlich gut. In Deutschland verzeichnet das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von gut 9 Prozent und liegt damit weit über den Markterwartungen von 4 bis 5 Prozent. In Großbritannien hat Cook dagegen leichte Einbußen.

Die Flugtochter des Reisekonzerns Thomas Cook, Condor, hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres Passagierzahl und Umsatz kräftig gesteigert. Die Zahl der Passagiere habe sich in den sechs Monaten bis Ende April um 9,5 Prozent auf knapp 2,9 Mill. erhöht, teilte Thomas Cook am Donnerstag in Oberursel mit. Der Umsatz kletterte demnach um 15 Prozent auf rund 500 Mill. Euro. Der Zuwachs resultiere zu gleichen Teilen aus dem Veranstaltergeschäft und dem Verkauf von Einzelplatztickets.

Allerdings machen die anhaltend hohen Ölpreise auch Condor zu schaffen. Wegen gestiegener Kerosinkosten habe der Rohertrag nur um 1,5 Prozent auf 132 Mill. Euro zugelegt. Condor hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 (30. April) nach hartem Sparkurs wieder schwarze Zahlen erwirtschaftet und einen Gewinn vor Steuern von 20,5 Mill. Euro verzeichnet.

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