Halbjahres-Zahlen
Passagierrekord in München dank Fußball-WM

Der Flughafen München verbuchte im ersten Halbjahr 2006 einen Passagierrekord. Von den europäischen Airports wuchsen nur Madrid und Barcelona schneller. Das hatten die Münchner vor allem der WM zu verdanken

HB MÜNCHEN. Deutschlands zweitgrößter Flughafen zählte von von Januar bis Juni 2006 Knapp 14,5 Millionen Reisende. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, freute sich Flughafenchef Michael Kerkloh am Mittwoch. Die Erfolgszahlen hat er vor allem der Fußball-WM zu verdanken. Rund 200 000 Passagiere reisten während der WM zusätzlich nach und von München, es gab fast 1 400 Sonderflüge. Die meisten Passagiere seien rund um das Halbfinale gereist.

Die Zahl der Starts und Landungen stieg zufolge um knapp 3 Prozent. Das Plus bei den Starts und Landungen fiel somit niedriger aus als der Zuwachs bei Passagieren. Das hängt mit dem Einsatz größerer Maschinen und einer höheren Auslastung. Der Flughafen bekommt somit mehr Gebühreneinnahmen ohne zusätzliche Flüge, sondern allein durch höhere Passagierzahlen und schwerere Maschinen. Die Luftfracht legte um fast zehn Prozent auf 106 000 Tonnen zu.

Der stärkste Wachstumsmotor sei weiterhin der Fernreiseverkehr, erläuterte Kerkloh. Vor allem auf den Strecken nach Indien und China habe es überdurchschnittliche Zuwächse gegeben. Das Geschäft der Billigflieger habe um ein Drittel zugelegt; mittlerweile fliegen laut dem Airport-Chef knapp 15 Prozent der Passagiere in München mit Low-Cost-Gesellschaften.

Im Gesamtjahr 2006 will das Unternehmen seinen Gewinn wie angekündigt auf 25 Mill. Euro verfünffachen. Beim Passagieraufkommen soll erstmals die 30 Mill. überschritten werden. Beim Passagieraufkommen liegen die Münchner allerdings nach wie vor klar hinter Branchenprimus Frankfurt, der im vorigen Jahr 52 Mill. Passagiere abfertigte und 2006 nur rund zwei Prozent Zuwachs erwartet. Bei der Zahl der Starts und Landungen liegt München bereits näher an Fraport, wo zuletzt gut 490 000 Flugbewegungen jährlich gezählt wurden.

Um im europäischen Vergleich Marktanteile zu gewinnen - derzeit ist München die Nummer sieben - will der Flughafen seine Kapazitäten erweitern. Eine der wenigen gravierenden Schwachstellen des Unternehmens sei die unzureichende Fernbahnanbindung, sagte der Airport-Chef und sprach sich erneut für den Transrapid vom Hauptbahnhof zum Flughafen aus. Das Projekt sei auf gutem Weg, auch wenn die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt sei.

Kerkloh sagte weiter, eine dritte Start- und Landebahn sei dringend notwendig, um weiter wachsen zu können. Mit zwei Bahnen arbeite der Flughafen bereits jetzt „an bis zu sieben Stunden des Tages an der Auslastungsgrenze“. Spätestens 2008 werde die wachsende Nachfrage der Luftfahrtgesellschaften nicht mehr zu bewältigen sein. Dies würde außerdem für mehr Verspätungen am Boden und in der Luft sorgen. Aktuelle Prognosen sagten ein Wachstum des Passagieraufkommens auf 45 Mill. im Jahr 2015 voraus. Mit einer dritten Start- und Landebahn könnte die Zahl der Starts und Landungen von 90 auf 120 pro Stunde erweitert werden.

„Wir wollen unseren Airport bis 2010 zum effizientesten und attraktivsten Drehkreuzflughafen Europas weiterentwickeln.“ Kerkloh verwies auf eine Umfrage des Londoner Luftfahrtforschungsinstituts Skytrax unter 7,2 Mill. Reisenden aus 93 Ländern, wonach der Münchner Flughafen auch 2006 auf Platz Eins der beliebtesten europäischen Airports landete, weltweit auf Platz Drei.

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