Halbjahresbilanz enttäuscht
„Deutsche Post hat noch weiten Weg“

Die Deutsche Post hat im zweiten Quartal 2006 deutlich weniger verdient als noch vor einem Jahr und auch der Umsatz blieb unter den Erwartungen. Die Integration mehrerer Zukäufe kostete überraschend viel Geld. Die Analysten sind schwer enttäuscht. Allerdings gab es einen Lichtblick in der Zwischenbilanz.

HB BONN. Nach dem deutlichen Gewinnrückgang in der ersten Jahreshälfte hofft die Deutsche Post auf ein wesentlich besseres zweites Halbjahr 2006. Bei der Vorlage der Zwischenbilanz bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel am Dienstag in Bonn die Prognose, das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp 3,8 Mrd. Euro im Jahr 2005 auf mindestens 3,9 Mrd. Euro steigern zu können.

Die Integration der in letzter Zeit zugekauften Unternehmen, vor allem des britischen Logistik-Unternehmens Exel und der Bausparkasse BHW, aber auch des britischen Briefdienstleisters Williams Lee, belastet im ersten Halbjahr die Erträge der Post AG. Dazu kommen weiterhin Probleme mit dem Expressgeschäft in den USA.

Die Post hatte den britischen Logistiker Exel im vergangenen Dezember für 5,5 Mrd. Euro geschluckt. Durch den Zukauf wurde der Bonner Konzern mit weltweit rund 500 000 Mitarbeitern zum größten privaten Arbeitgeber Deutschlands. Die Zukäufe sollen die Post unabhängiger vom deutschen Heimatmarkt machen, wo Ende 2007 das Briefmonopol ganz wegfällt. Dort fällt auch ein Großteil des Gewinns an. Beim Umsatz erwirtschaftet die Post mittlerweile aber schon 59 Prozent außerhalb Deutschland.

„Wir müssen uns noch gedulden“

Obwohl der Umsatz der Deutschen Post World Net in den ersten sechs Monaten um kräftige 36,4 Prozent auf 29,3 Mrd. Euro stieg, sank das Ebit um 6,8 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn ging sogar um 22,3 Prozent auf 736 Mill. Euro zurück. „Wir müssen uns noch gedulden, bis wir die Ernte unserer Investitionen einfahren können“, sagte Zumwinkel. Die Investitions- und Integrationskosten für die Neuerwerbungen schlügen sich noch negativ nieder.

Zumwinkel setzt auf das üblicherweise umsatzstärkere zweite Halbjahr, um die angepeilten Unternehmensziele zu erreichen, und deutete für diesen Fall eine erneute Anhebung der Dividende für 2006 an. Auch beim Expressgeschäft in den USA, das im vergangenen Jahr wegen Qualitätsproblemen Kunden verlor, zeichne sich eine Besserung ab. Der Umsatz habe sich stabilisiert. Die positive Reaktion der Kunden auf die Verbesserung des Serviceniveaus in den vergangenen Monaten lasse eine deutliche Umsatzsteigerung im zweiten Halbjahr erwarten. Dazu komme auch ein Zwei-Jahres-Vertrag für den Luftexpress für den Hausgerätehersteller Electrolux in den USA.

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