Halbjahreszahlen
H&M macht jetzt auf Zalando

Für die schwedische Modekette läuft es gut: H&M hat seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich steigern können. Einen neuen Wachstumsmarkt haben die Schweden auch entdeckt: Schuhe.
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StockholmDer schwedische Moderiese H&M will nach einem starken zweiten Quartal im Geschäftsjahr 2014 auf dem Schuhmarkt angreifen. In neun Ländern solle es ab dem Herbst mehr Schuhe für Männer, Frauen und Kinder zu kaufen geben, kündigte Unternehmenschef Karl-Johan Persson bei der Vorstellung der Zahlen von März bis Ende Mai am Mittwoch in Stockholm an. Auch online wird verstärkt Schuhwerk angeboten werden.

Die Schweden steigerten ihren Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von knapp 4,7 auf 5,8 Milliarden schwedische Kronen (rund 646 Millionen Euro), also um ein Viertel. Auch der Umsatz wuchs von 31,6 auf 37,8 Milliarden Kronen (4,2 Milliarden Euro). Das war das stärkste Wachstum seit mehr als vier Jahren. Das liegt auch an dem ausgebauten Internetangebot und neuen Verkaufsformaten.

Immer wichtiger wird dabei das Netz. Im kommenden Jahr will H&M zehn neue Onlineportale launchen. Einer davon soll in China eröffnet werden. Der klassische Einzelhandel steht dem allerdings kaum hinterher. Allein 2014 will H&M 375 neue Geschäfte eröffnen. In Australien hatte H&M seine erste Filiale im April aufgemacht, im Herbst sollen Geschäfte in Indien und auf den Philippinen folgen. Die Zahl der Filialen soll weiterhin um zehn bis 15 Prozent pro Jahr zunehmen.

Das zweite Quartal sei besser gewesen als erwartet, sagte Unternehmenschef Persson in Stockholm. Die Kollektionen seien „gut angekommen“. H&M gewinne weiterhin Marktanteile hinzu. Der Rückgang der Bruttogewinnmarge von 61,1 im Vorjahr auf 60,8 Prozent sei durch die „sehr gute“ Kostenkontrolle ausgeglichen worden.

Allerdings wird sich der Aufwärtstrend wohl nicht ungebremst fortsetzen. Analysten prognostizieren, dass der Gewinn sich im zweiten Halbjahr abschwächen wird – auch wegen hoher Expansionskosten. „Die bisherigen Zahlen untermauern unsere Jahresprognose“, sagte Richard Edwards, Analyst der Citigroup. Seiner Ansicht nach wird der Gewinn auf 14 Prozent im Gesamtjahr sinken.

H&M hatte im vergangenen Jahr die Zahl von 3000 Filialen überschritten. Derzeit hat die Kette weltweit schon mehr als 3100 Geschäfte. 176 neue Läden kamen in den ersten sechs Monaten des neuen Geschäftsjahres weltweit dazu - 23 Filialen schlossen. Unter anderem öffnete im australischen Melbourne das erste H&M-Geschäft auf dem Kontinent. Auch auf den Philippinen und in Indien sollen noch 2014 Läden aufmachen, für 2015 plant das Unternehmen die ersten Filialen in Südafrika und Peru.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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