Hamburg-Pläne
Aufsichtsrat stellt sich hinter Mehdorn

Die Wogen schlugen hoch als bekannt wurde, dass Bahnchef Hartmut Mehdorn den Unternehmenssitz von Berlin nach Hamburg verlegen will. Sogar von der Ablösung Mehdorns war die Rede. Der Aufsichtsrat gab sich betont gelassen.

HB BERLIN. Mehdorn hat vom Aufsichtsrat Rückendeckung für weitere Gespräche über ein Engagement in Hamburg bekommen. Das Kontrollgremium bat den Vorstand am Mittwoch, die laufenden Verhandlungen mit der Hansestadt über eine stufenweise Beteiligung am Hafenbetreiber und der Hochbahn „zügig fortzusetzen“.

Es gebe Übereinstimmung auch mit dem Bundeskabinett, dass eine strategische Partnerschaft mit Hamburg sinnvoll sei, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende und RAG-Chef Werner Müller. Wichtig sei nun, im engen Dialog mit dem Bund als Bahn-Eigentümer der Bahn „diese Aspekte einer Kooperation“ zu bewerten. „Umzugsfragen, die sich stellen, werden erst am Ende des gesamten Bewertungsprozesses entschieden.“

Das Kabinett hatte in der vergangenen Woche eine Verlegung des Hauptsitzes der Bahn von Berlin an die Elbe aus strukturpolitischen Gründen abgelehnt. Der Hamburger Senat hat dies zur Bedingung für einen Einstieg der Bahn bei seiner Hafengesellschaft HHLA und der Hochbahn gemacht. Die Bahn will mit einer Beteiligung ihre weltweiten Logistikaktivitäten und ihre Position im Stadtverkehr stärken.

Mehdorn bekräftigte im Aufsichtsrat, die Bahn werde den für 2005 angepeilten Betriebsgewinn von 400 Mill. Euro „sicher erreichen“. Es gilt als wahrscheinlich, dass diese Marke sogar klar übertroffen wird. Der Umsatz stieg bis Oktober um 4,4 Prozent auf 20,6 Mrd. Euro, die Zahl der Passagiere im gesamten Personenverkehr legte in den ersten zehn Monaten um 50 Mill. auf 1,5 Mrd. zu.

Dabei soll der Fernverkehr voraussichtlich bereits in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen. Im vergangenen Jahr hatten ICE und Intercity noch 260 Mill. Euro Verlust eingefahren. Bei der Güterbahn Railion (früher DB Cargo) zeichnen sich dagegen vorerst keine schwarzen Zahlen ab. Der starke Margenverfall konnte „noch nicht vollständig kompensiert werden“, hieß es.

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