Hamburg vs. Singapur
Bieterkampf um Hapag-Lloyd zeichnet sich ab

Die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) ist bereit, sechs bis sieben Milliarden Dollar für den deutschen Wettbewerber Hapag-Lloyd zu bieten. Auch eine Investorengruppe aus Hamburg interessiert sich für die Traditionsreederei, die Tui unter dem Druck ihrer Anteilseigner zum Verkauf gestellt hatte. Doch die Offerte aus Singapur bietet einen entscheidenden Vorteil.

HB SINGAPUR/ HAMBURG. Der Konzern aus Singapur sei zuversichtlich, trotz des ebenfalls interessierten Konsortiums aus Hamburg den Zuschlag für die Schifffahrtstochter der Hannoveraner Dax-Konzerns Tui zu erhalten, sagten am Mittwoch zwei Personen mit entsprechenden Kenntnissen. "NOL erwartet formell die Aufforderung, Gebote für Hapag-Lloyd abzugeben, Ende Mai oder Anfang Juni", sagte eine der Personen zu Dow Jones Newswires. Der zweite Informant ergänzte, NOL sei bereit, in bar zu zahlen, wenn dies für einen Vertragsabschluss erforderlich sei.

Hapag-Lloyd hatte bereits seit Anfang des Jahres mit NOL über die Möglichkeit eines Kaufs der Deutschen gesprochen. Durch die Übernahme würde NOL gemessen an der Kapazität zum drittgrößten Containerschiff-Flottenbetreiber aufsteigen. NOL-CEO Thomas Held hatte bereits im April bestätigt, an Hapag-Lloyd interessiert zu sein, und bei Tui hatte es geheißen, mit möglichen Käufern solle Kontakt aufgenommen werden.

Am Dienstag hatte sich die Stadt Hamburg für einen Verbleib der Reederei in der Stadt ausgesprochen und deswegen die Unterstützung eines geplantes Kaufgebot von Hamburger Investoren angekündigt, darunter die Hamburger Privatbank M.M. Warburg und die Kühne Warburg und auch Tui wollten zu den Aussagen der NOL-Kreise am Mittwoch keine Stellung nehmen.

NOL sorge sich nicht über ein mögliches Gegengebot aus Hamburg, sagte eine der Quellen zu Dow Jones Newswires. Der Plan aus Hamburg für ein Gebot scheine kompliziert zu sein, und ein entscheidender Faktor sei, wie schnell Geld fließen könne.

NOL sei sich nicht sicher, ob nicht Dritte noch ein Gebot vorlegen könnten, obwohl Wettbewerber wie A.P. Moeller Maersk, CMA-CGM, Hanjin Shipping und weitere Reedereien angekündigt hatten, kein Kaufgebot vorlegen zu wollen. Insbesondere eine Offerte von Maersk oder CMA-CGM würde NOL nicht überraschen, sagte ein Informant. NOL sei jedoch zuversichtlich, zu einem bevorzugten Bieter zu werden. Keiner der Wettbewerber habe in Zeiten angespannter Kreditmärkte so viel Barmittel wie NOL.

Seite 1:

Bieterkampf um Hapag-Lloyd zeichnet sich ab

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%