Hamburger Hafen: Konjunkturflaute erfasst Hafenkonzern HHLA

Hamburger Hafen
Konjunkturflaute erfasst Hafenkonzern HHLA

Der Warenverkehr nach Asien stockt. Das beschert dem Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Anleger greifen dennoch zu der Aktie. Analysten hatten Schlimmeres erwartet.
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HamburgDie Hängepartie bei der Elbvertiefung und die Flaute im wichtigen Warenverkehr mit Asien haben dem Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA einen Umsatz- und Gewinnrückgang eingebrockt. Während die Erlöse im Containerumschlag im abgelaufenen Jahr um knapp acht Prozent auf 1,1 Milliarden Euro schrumpften, sank der Betriebsgewinn um elf Prozent auf 173 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Im Finanzergebnis schlugen zudem hohe Wertberichtungen auf Beteiligungen zu Buche. Dennoch griffen Anleger beherzt zu und schickten die HHLA-Aktie mit einem Kursaufschlag von fast sechs Prozent an die Spitze der Gewinnerliste im MDax. Analysten hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet.

"Die HHLA hat sich 2012 in einem schwierigen Umfeld gut behauptet", sagte HHLA-Vorstandschef Klaus-Dieter Peters. Das Unternehmen habe mehr verdient als seine Kapitalkosten und seinen Wert erneut gesteigert.

Den Ergebnisrückgang begründete das Unternehmen mit Zusatzkosten aufgrund der Verzögerungen bei der Elbvertiefung. Die Baggerarbeiten ruhen derzeit, weil Umweltverbände beim Bundesverwaltungsgericht geklagt haben. Da die Reeder zudem immer größere Schiffe einsetzen, für die die Elbe nur zu bestimmten Zeiten ausreichend Wasser führt, sind die Zeitfenster klein, in denen die Container be- und entladen werden können. Dies lässt die Kosten anschwellen.

Zugleich wurden mehr Container im Zubringerverkehr (Feeder) transportiert, an deren Verladung die HHLA weniger verdient. Dagegen wurden weniger Boxen auf der wichtigen Route zwischen Asien und Europa verschifft. Insgesamt stieg die Zahl der an den Kaimauern in Hamburg und dem Schwarzmeerhafen Odessa bewegten Standardkisten um 1,4 Prozent auf 7,2 Millionen Stück. Das kam bei Experten gut an. Vor allem das unerwartet hohe Umschlagsvolumen sei eine positive Überraschung, schrieb Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher in einem Kommentar.

Im Konzern, zu dem neben der Logistik auch das Immobiliengeschäft gehört, sanken Umsatz und Betriebsgewinn ebenfalls. Damit lag die HHLA im Rahmen ihrer im Sommer heruntergeschraubten Prognose. Die endgültigen Geschäftszahlen und einen Ausblick für das laufende Jahr will das Unternehmen am 27. März bekanntgeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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