Hamm und Reno bilden größtes Vertriebsnetz Europas
Neue Schuhgruppe greift Deichmann an

Der frühere Metro-Schuhfilialist Reno fusioniert mit dem Familienunternehmen Hamm und fordert den Branchenprimus Deichmann heraus.

OSNABRÜCK. Nach Unternehmensangaben hat die neue HR Group mit 1700 Filialen und Flächen in Warenhäusern jetzt fast 100 Verkaufsstellen mehr als die Nummer eins, Deichmann. Mit der Fusion stärke man die „Schlagkraft für weiteres Wachstum in Europa“, sagte der Vorsitzende der HR Group, Matthias Händle, dem Handelsblatt.

Hamm und Reno unterrichteten gestern ihre 600 Mitarbeiter an den Firmensitzen in Osnabrück und im pfälzischen Thaleischweiler-Fröschen über den Zusammenschluss. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, versicherte Händle: „Im Gegenteil, die Zeichen stehen auf Expansion.“ Insgesamt beschäftigt HR europaweit 6 000 Mitarbeiter und strebt in diesem Jahr einen Umsatz von 500 Mill. Euro an. Damit bleibt die Gruppe allerdings noch weit hinter Deichmann mit 2,2 Mrd. Euro Umsatz zurück.

Reno und Hamm arbeiten schon seit dem Jahr 2000 zusammen. Damals hatte sich die Familie Hamm mit 25 Prozent an dem ehemaligen Schuhfilialisten der Metro beteiligt. Reno stand damals mit anderen Randaktivitäten des Konzerns zum Verkauf. Die Familie Hamm ist seit 1888 im Schuhhandel tätig und wuchs vor allem mit Schuhabteilungen in SB-Warenhäusern. Außerdem besitzt Hamm die Schuhketten Mayer und Schuhstop.

Die Fusion zum größten europäischen Schuhvertrieb vollzieht sich auf einem seit Jahren schrumpfenden Markt. 2004 sanken die Umsätze in Deutschland um zwei Prozent auf 8,5 Mrd. Euro. Preisaggressive Filialisten wie Deichmann und Reno profitieren davon, dass die Pro-Kopf-Ausgaben der Bevölkerung für Schuhe sinken. In den vergangenen Jahren ging die Zahl der Schuhgeschäfte in Deutschland dramatisch zurück.

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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