Hamstern vor dem Grexit
„Ein Mac behält seinen Wert“

Die Griechen fürchten, dass ihnen das Geld ausgeht. Viele wollen ihre Ersparnisse in bleibende Werte stecken – wie Apple-Computer oder Playstations. Auch deutsche Unternehmen berichten von einem Kundenansturm.
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Athen/FrankfurtWährend es für Griechenland hart auf hart geht, kaufen die Griechen ein. Die Regierung hat die Kapitalverkehrskontrollen verlängert und wird die Banken bis mindestens Donnerstag geschlossen halten, denn dem Land droht das Geld auszugehen. Einige Menschen stecken ihre letzten Euro in Grundnahrungsmittel, andere besuchen lieber Läden für Unterhaltungselektronik. Hier kaufen sie Computer von Apple oder Playstations von Sony, um ihren Kreditrahmen auszuschöpfen – solange die Bankkarten noch akzeptiert werden.

„Die Leute geben das Geld aus, dass auf ihrem Bankkonto liegt, weil sie Angst haben, dass sie es sonst nicht rausbekommen“, sagt Natasa, eine Verkäuferin im Elektrofachmarkt Plaisio Computer im Zentrum von Athen. Ihren vollen Namen wollte die 33-Jährige nicht nennen. „Ein Mac behält seinen Wert“, fügt sie hinzu und deutet auf einen leuchtenden 27-Zoll-Bildschirm.

Das ist das jüngste Kapitel in der seit fünf Jahren währenden Krise in Griechenland, nachdem sich die Regierung in Athen geweigert hatte, der Aufforderung der Gläubiger zu folgen, im Gegenzug für Hilfsgelder weitere Sparmaßnahmen durchzuführen. EU-Ratspräsident Donald Tusk warnte nach dem Eurogipfel am Dienstag, der Europäischen Union blieben nur noch fünf Tage, um eine Einigung zu finden. Am Sonntag findet ein weiterer EU-Gipfel statt.

Die Griechen haben seit Dezember mehr als 40 Milliarden Euro aus den Banken geholt. Damals zeichneten sich Neuwahlen ab, bei der die Linkspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras an die Macht kommen sollte.

Die täglichen Barabhebungen am Geldautomaten sind seit dem 29. Juni auf 60 Euro begrenzt. Zahlungen mit der Kreditkarte oder Bankkarte wurden allerdings nicht eingeschränkt.

Vor dem Referendum am vergangenen Sonntag, das mit einer Ablehnung weiterer Sparmaßnahmen endete, gab es dem griechischen Einzelhandelsverband zufolge einen regelrechten Kaufrausch. „Das war ein kurzfristiges Phänomen, ausgelöst durch Panik und Drohungen“, sagt Antonis Zairis, Vizepräsident Verbands, im Interview mit Bloomberg. Seiner Einschätzung nach dürfte es in den kommenden zehn Tagen in den Läden zu Verknappungen kommen.

Bei Delhaize, dem zweitgrößten in Griechenland aktiven Lebensmitteleinzelhändler, liegt die Nachfrage nach auf Spitzenniveau, sagt Sprecher Frank van Daele. Auch die Supermarktkette Lidl berichtete von einer steigenden Kundenzahl in Griechenland. Der Discounter, der in Griechenland mehr als 4000 Menschen in mehr als 220 Filialen beschäftigt, berichtet, die Läden seien wie gewohnt geöffnet. „Selbstverständlich akzeptieren wir weiterhin Kreditkartenzahlung.“ Auf seiner Website wirbt Lidl Hellas genau damit. „Unser ausdrückliches Ziel ist es, in Griechenland zu bleiben und somit weiterhin unseren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu leisten“, betont das Unternehmen.

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Angst vor leeren Läden geht um

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  • "wenn der Grexit kommt, kommt das Chaos. Da kauft denen keiner ihren Apple oder sonstigen unnützen Kram ab."
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    Es geht darum, den Kreditrahmen für Konsum voll auszuschöpfen, wenn die stattdessen Geld bekommen würden, dann würden die das natürlich lieber nehmen. Tja, wer sich einmal daran gewöhnt hat, auf anderer Leute Rechnung zu leben...

    Ich würde den Griechen empfehlen, anstatt Alkohol besser Zigaretten zu horten, damit macht man mehr Gewinn, leichter zu transportieren und effizienter zu lagern sind die obendrein. Dummerweise gibt es Kippen nicht stangenweise auf Pump.

  • bescheuert!

    wenn der Grexit kommt, kommt das Chaos. Da kauft denen keiner ihren Apple oder sonstgen unnützen Kram ab. Besser Alkohol kaufen, das kriegt man später zum doppelten Preis wieder los oder kann es gegen Lebensmittel tauschen.

  • Also, Geld scheint ja ausreichend vorhanden zu sein. Die seit Anfang des Jahres gewährten ELA Kredite iHv ca. 100 Mrd. scheinen unter die Kopfkissen der Griechen gewandert zu sein. Derweil wird in den deutschen Medien massiv auf die Gefühlsduselei gesetzt, oder anders gesagt manipuliert, um die Deutschen für weitere "Kredite" (die nie zurückfliessen werden) weich zu klopfen. Was für ein würdeloses Spiel hat dieser EUR doch in Europa entfacht.

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