Handel
Discounter und Drogisten drehen an Preissschraube

Discount-Ketten und Drogeriemarktbetreiber erhöhen offenbar jetzt gezielt die Preise, um ihren Kunden zur Jahreswende weismachen zu können, sie würden trotz der Mehrwertsteuererhöhung nur mäßig teurer. Die Handelsunternehmen würden damit änhlich taktieren wie zur Euro-Umstellung 2002.

HB BERLIN. Wie das Magazin „Focus“ unter Berufung auf Daten des Kölner Wirtschaftsinformationsdienstes Preiszeiger berichtete, sind Preistreibereien auch bei vielen Artikeln beobachtet worden, die wie Lebensmittel von der Mehrwertsteuererhöhung im Januar gar nicht betroffen seien. So verlange etwa Aldi für seinen Orangensaft Rio d'Oro mit 0,69 Euro ein gutes Viertel mehr als früher. Bei den vier großen Drogerie-Ketten dm, Schlecker, Müller und Rossmann hätten bei 25 000 beobachteten Artikeln zwischen Januar und Mitte Juli 1 336 Preissenkungen drei Mal so viele Erhöhungen (4 138) gegenüber gestanden.

Bei der Einführung des Euro im Jahre 2002 hatte etwa Aldi offensiv damit geworben, korrekt umzustellen oder sogar abzurunden und so bei den Kunden kräftig gepunktet. Den finanziellen Spielraum für diese Aktion holte sich das Unternehmen durch Preisaufschläge in den Monaten zuvor.

Der Handelsexperte Jim Bacos von der Unternehmensberatung Mercer geht davon aus, dass Drogerie- und Baumärkte noch in diesem Jahr versuchen, Preiserhöhungen durchzusetzen. „So vermeiden sie es, am 1. Januar die Preise für alle sichtbar nach oben setzen zu müssen“, hatte Bacos. Auch der Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Klaus Wübbenhorst, rechnet damit, dass viele Preisanpassungen wohl bis September 2006 umgesetzt sein werden. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels sieht früheren Angaben zufolge dagegen wenig Spielraum für vorweggenommene Preiserhöhungen. Dazu sei der Konkurrenzkampf zu stark.

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