Handel hofft jetzt auf das vierte Adventswochenende
Kunden wollen zu Weihnachten weniger ausgeben

Die Kauflaune deutscher Verbraucher im Weihnachtsgeschäft lässt weiter auf sich warten. 36 Prozent der Deutschen wollen nach eigenem Bekunden für Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr weniger ausgeben; nur zehn Prozent greifen dafür tiefer in die Tasche. Das ergab jetzt eine Online-Umfrage der Aachener Marktforschungsfirma Dialego, die das Handelsblatt in Auftrag gegeben hat.

DÜSSELDORF. Grund für die Sparsamkeit dürfte die schlechten Einkommenserwartung vieler Bundesbürger sein. So glauben 42 Prozent, dass sie im kommenden Jahr weniger Geld in der Tasche haben werden als 2004. Nur 15 Prozent erwarten einen finanziellen Aufschwung. Dass die privaten Haushalte durch die Steuerreform 2005 tatsächlich um 7,5 Mrd. Euro entlastet werden, ist bei den Verbrauchern offenbar noch nicht angekommen.

Für das ablaufende Jahr sehen die Einschätzung noch finsterer aus. 52 Prozent gaben gegenüber Dialego an, über weniger frei verfügbares Einkommen zu verfügen als im Vorjahr. Gerade einmal 12,4 Prozent berichteten von einer positiven Einkommensentwicklung. Konjunkturexperten mehrerer Banken rechnen damit, dass dies die Stimmung vor dem Fest daher getrübt hat.

Bei der Bewertung der aktuellen Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft gibt sich auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) zurückhaltend. Es gebe kein einheitliches Bild, wie sich die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr bislang entwickelt haben, sagt HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Kalenderbedingt werde in diesem Jahr das vierte Adventswochenende das umsatzstärkste, erwartet er, während es 2003 das dritte gewesen sei. „Im vergangenen Jahr lag der vierte Advent so kurz vor Heiligabend, dass meist nur noch Lebensmittel gekauft wurden“, berichtet der Verbandssprecher.

Viele Händler haben im Dezember die Wochenumsätze des Vorjahres nicht erreicht, wie Stichproben des Handelsblatts belegen. Man setze nun auf den kommenden Samstag, heißt es in der Branche. Eine Umfrage der Fachzeitschrift „Textilmitteilungen“ ergab, dass zumindest im Bekleidungshandel die erste Adventswoche um 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Um das Geschäft im neuen Jahr zu beleben, ruft der HDE nun Händler dazu auf, am 24. Januar einheitlich den Winterschlussverkauf zu starten.

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