Handel
Metro holt neuen Finanzchef

Metro-Chef Eckhard Cordes erweitert den Vorstand von Deutschlands größtem Handelskonzern. Er holt den 39 Jahre alten Olaf Koch - einen Weggefährten aus Daimler-Zeiten - in die Zentrale nach Düsseldorf. Das erfuhr das Handelsblatt aus Aufsichtsratskreisen der Metro.

DÜSSELDORF. Koch ist noch beim Finanzinvestor Permira in Frankfurt beschäftigt und soll den Metro-Vorstand ab 2010 verstärken. Dort wird er den jetzigen Finanzchef Thomas Unger ablösen, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender zweiter Mann hinter Cordes wird und den geplanten tiefgreifenden Konzernumbau steuern soll. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats habe den Plänen von Cordes schon Anfang Juli zugestimmt, hieß es. Der Aufsichtsrat sei ebenfalls informiert und werde in Kürze über den Vorstandsumbau, der zum Jahreswechsel wirksam werden soll, entscheiden.

In Koch bekommt der Metro-Vorstand einen weiteren starken Mann. Gleichzeitig stärkt Cordes mit dem Vorstandsumbau die Rolle Ungers. Der 48-jährige Wirtschaftsingenieur verantwortet künftig das Restrukturierungsprogramm "Shape 2012", mit dem das Management den Konzern in den kommenden drei Jahren wieder rentabel machen will.

Darüber hinaus soll Unger Cordes einige Zuständigkeiten abnehmen und damit entlasten. So wird er die Sparten Kaufhof und Media-Saturn führen, für die es bisher kein eigenes Ressort im Konzernvorstand gab. Auch für die deutsche Warenhaus-AG soll er verantwortlich sein - so sie denn kommt. In ihr sollen nach Cordes' Plänen die Metro-Tochter Kaufhof und die Arcandor-Tochter Karstadt vereint werden.

Unger erhält mit den neuen Aufgaben eine herausgehobene Position im Metro-Vorstand. Bestritten wird in Konzernkreisen allerdings, dass damit ein möglicher Nachfolger für Cordes in den Startlöchern steht.

Cordes will den erfahrenen Manager so aber halten. Erfolge wie der Börsengang der ehemaligen Metro-Baumarkttochter Praktiker, mit dessen Erlösen Unger das Working Capital und damit die Verschuldung des Handelskonzerns deutlich senkte, sprechen für ihn. Der lukrative Verkauf der Verbrauchermarktkette Extra an Rewe geht ebenfalls auf sein Konto.

Dass Unger mit dem Gedanken gespielt haben soll, seinen bis 2012 laufenden Vertrag vorfristig zu kündigen, hat den Metro-Vorstand offenbar aufgerüttelt. Begehrt ist der Finanzfachmann, der nach dem Weggang von Metro-Chef Hans-Joachim Körber den Handelskonzern sogar vorübergehend nach außen repräsentiert hat, bis Cordes die Führung selbst übernahm. So wurde der unscheinbar auftretende Unger als Nachfolger von Karl-Gerhard Eick als Telekom-Finanzchef gehandelt.

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