Handel
Metro will französische Saturn-Märkte verkaufen

Der Handelsriese Metro könnte sich bald von den Filialen seiner Tochter Saturn in Frankreich trennen. Der Konzern verhandelt bereits mit dem französischen Investor HTM über den Kauf der Elektromärkte. HTM bestätigte am Freitag sein Interesse an den 34 Filialen. Saturn-Chef Roland Weise sieht in anderen Ländern bessere Wachstumschancen als in Frankreich.
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HB DÜSSELDORF. Metro und die Media-Saturn-Holding prüften derzeit "strategische Optionen" für die Elektrofachmärkte in Frankreich, teilte der Handelsriese mit. Dazu gehöre auch der Verkauf einzelner oder aller Märkte an Investoren. Die Vorbereitungen dazu sind bereits weit gediehen: Metro spricht mit dem Investoren HTM Group, der seinerseits erklärte, er habe die Märkte im Visier. Den HTM-Eignern gehört bereits die Einzelhandelskette Auchan.

Weitere Möglichkeiten für das Frankreich-Geschäft seien aber auch strategische Partnerschaften - oder die Fortführung mit einer neuen Wachstumsstrategie, teilte Metro weiter mit. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Spartenchef Roland Weise erklärte auf Anfrage, Media Markt/Saturn wolle sich auf die Länder konzentrieren, in denen die Kette schnell wachsen und die Marktführerschaft erreichen könne. In Frankreich, wo die Kette unter anderem mit Kesa Electricals konkurriert, sei dieses Ziel nur langfristig und mit "unverhältnismäßig hohem Aufwand" umzusetzen.

Der Schwerpunkt der "kapitalintensiven Expansion" der Kette liege auf Russland, der Türkei und China. Media Markt/Saturn will im November den ersten Markt in Shanghai eröffnen, rund zehn weitere sollen in der Region folgen. 2012 soll dann über die weitere Expansion in China entschieden werden.

Die Kette hatte 1989 den ersten Schritt in den französischen Markt gewagt, der als schwierig gilt. Commerzbank-Analyst Jürgen Elfes begrüßte nun die Überlegungen über einen Rückzug. Das Geschäft in Frankreich habe sich nicht gut entwickelt und sogar Verluste gemacht. Media Markt/Saturn hatte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 9,3 (Vorjahr: 8,7) Mrd. Euro eingefahren. Der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren war indes um zehn Mio. Euro auf 123 Mio. Euro geschrumpft.

Metro-Aktien lagen am Nachmittag in einem schwachen Markt bei einem Minus von knapp drei Prozent bei 49,68 Euro. Auf den Papieren lasteten eine Herabstufung durch Analysten der Bank HSBC und sinkende Einnahmen der deutschen Einzelhändler im September, die das Statistische Bundesamt ermittelt hatte.

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