Handel mit Optionsscheinen
Deutsche Börse greift Börse Stuttgart an

Die Deutsche Börse eröffnet Ende September mit einem eigenen Handelssegment den Wettbewerb um Marktanteile bei Aktienoptionsscheinen gegen die Stuttgarter Börse und hat dabei starke Verbündete gewonnen.

Reuters FRANKFURT. Insgesamt 14 Banken, darunter die Marktführer bei der Emission von Optionsscheinen und Zertifikaten, Citibank, ABN Amro und Deutsche Bank, würden ab Ende September am „Deutsche Börse Smart Trading“ auf dem Frankfurter Parkett teilnehmen, hieß es am Montag in einer Pressemitteilung. Dabei geht es um einen der wenigen Bereiche im deutschen Börsenhandel, bei dem die übermächtig scheinende Deutsche Börse hinter einer der Regionalbörsen zurückhängt.

Die Stuttgarter vereinen bei Aktienoptionsscheinen knapp 90 % des Marktes auf sich, bei Zertifikaten sind es gut 40 %. Der Rest wird überwiegend von der Deutschen Börse abgedeckt. Die Deutsche Börse will nun mit einem auf Privatanleger zugeschnitten Handelssegment den Stuttgartern Konkurrenz machen. Die Stuttgarter Börsenbetreiber zeigten sich zunächst gelassen. Schließlich sind nahezu alle Emittenten, die jetzt mit der Deutschen Börse kooperieren, auch in Stuttgart aktiv.

Der Handel mit diesen künstlichen Finanzinstrumenten, die von Banken herausgegeben werden, wird von Privatanlegern dominiert. Die Banken emittieren diese Wertpapiere und stellen später verbindliche An- und Verkaufskurse, so genannte Quotes. Privatanleger schätzen Zertifikate zum Beispiel auf Indizes, weil sie damit zu günstigen Kosten einen Anteil an dem Börsenbarometer erwerben könne, ohne ihn sich aufwendig aus den einzelnen Bestandteilen zusammenkaufen zu müssen.

Optionsscheine ermöglichen es dem Besitzer, an Kursgewinnen einer Aktie zu verdienen. Durch die Konstruktion des Papiers gewinnt der Besitzer bei steigenden Kursen überdurchschnittlich, bei fallenden kann er auch sehr schnell alles verlieren. Diese Funktion wird in der Börsensprache „Hebel“ genannt.

Die Deutsche Börse verpflichtet die Emittenten, An- und Verkaufskurse für bestimmte Ordergrößen zu stellen (Mindestquotierung). Dies soll bei Produkten mit Hebel jederzeit die Ausführung von Aufträgen bis 3000 € ermöglichen und bei Produkten ohne Hebel soll das Mindestvolumen 10 000 € betragen. Anders als in Stuttgart würden die einzelnen Werte nicht nur von einem Skontroführer betreut, sagte eine Sprecherin der Börse. Die Skontroführer auf dem Parkett führen die Aufträge von Kunden mit den Quotes der Emittenten zusammen. Diese Quotes sollen für jedermann sichtbar und kostenlos auf der Internetseite der Deutschen Börse einzusehen sein.

Die Stuttgarter Börse zeigte sich nicht überrascht. „Das hatte sich schließlich schon länger abgezeichnet“, sagte ein Börsensprecher. Es bleibe abzuwarten, was aus einer Kopie des Stuttgarter Handelssegments werden könne.

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