Handel
Sparprogramm bewahrt Metro vor Schlimmeren

Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat auch im dritten Quartal mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Allerdings zeigt das Anfang des Jahres eingeleitete Sparprogramm inzwischen Wirkung und hat den Konzern vor größeren Einbrüchen beim Ergebnis bewahrt.
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HB DÜSSELDORF. Der weltweit viertgrößte Handelskonzern Metro hat im dritten Quartal wegen Währungsschwankungen erneut Umsatzeinbußen verzeichnet und stellt sich auf anhaltend schwierige Zeiten ein. Auch im wichtigen Schlussquartal werde „nicht mit einer „wesentlichen Trendverbesserung“ gerechnet, teilte der Konzern am Dienstag in Düsseldorf mit.

Zu schaffen machen Metro insbesondere die schwachen Währungen in den osteuropäischen Wachstumsmärkten. Der Konzern bekräftigte zudem seine Warnung vor möglichen Belastungen für den Handel durch eine steigende Arbeitslosigkeit etwa auf dem Heimatmarkt. Metro steuert mit einem Programm entgegen, das die Kosten senken und den Umsatz erhöhen soll. Die eingeleiteten Maßnahmen zeigten im abgelaufenen Vierteljahr bereits Wirkung.

Im Berichtszeitraum hielt Metro das operative Ergebnis (Ebit) - die Umbaukosten nicht eingerechnet - mit 357 (Vorjahr: 361) Mio. Euro nahezu stabil. „Shape 2012 beginnt zu wirken“, erklärte Metro-Chef Eckhard Cordes. Unter anderem sollen konzernweit rund 15 000 Stellen, eventuell sogar etwas mehr, abgebaut werden. Die Eigenmarken werden gestärkt, die Sortimente geändert, eine neue Organisationsstruktur wurde umgesetzt. Metro hatte nach einem Ergebnisrückgang um 20 Prozent in den ersten sechs Monaten auf eine bessere Entwicklung im zweiten Halbjahr gesetzt. Nun wurden die Markterwartungen für das abgelaufene Vierteljahr übertroffen: Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit vor Sonderfaktoren von 340 Mio. Euro gerechnet.

Der Umsatz sank hingegen von Juli bis September um 4,6 Prozent auf 15,6 Mrd. Euro, traf damit aber die Expertenschätzung. Die Währungseffekte waren noch stärker als im ersten Halbjahr, ohne die sich der Erlös stabil entwickelt hätte. So sank der Auslandsumsatz jedoch um 6,3 Prozent, bedingt durch den Rückgang in Osteuropa von 15,4 Prozent. Davon waren besonders die Großhandelsmärkte (Cash & Carry) betroffen - die mit Abstand größte Sparte des Konzerns. Aber auch die Real-Supermärkte und die Elektronikketten Media Markt und Saturn bekamen dies deutlich zu spüren.

In Deutschland ging der Umsatz um 1,8 Prozent zurück, wobei hier Erlöse aus veräußerten Geschäften fehlten. Bereinigt war der Umsatz nahezu stabil, dies gilt auch für die ersten neun Monate. Media Markt mit seiner Jubiläumsaktion und Saturn glichen hier die rückläufigen Umsätze von Cash & Carry, Real und Kaufhof aus. Metro schlägt sich damit insgesamt besser als der deutsche Einzelhandel, der nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Januar bis September 2,6 Prozent weniger erlöste als im Vorjahreszeitraum, real 2,2 Prozent weniger.

Nach Anteilen Dritter wies Metro einen Gewinn von 72 Mio. Euro nach 183 Mio. im Vorjahreszeitraum aus. Hier spielten unter anderem die Währungseffekte, Aufwendungen von 34 Mio. Euro für das Umbauprogramm sowie der fehlende Beitrag aus dem Verkauf der Extra-Märkte eine Rolle. Auf eine konkrete Prognose für das laufende Jahr verzichtete der Konzern abermals.

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