Handels- und Touristikkonzern
Arcandor: Middelhoff hinterlässt Erblasten

Die Lage bei dem Essener Handels- und Touristikkonzern Arcandor ist weitaus schlechter als befürchtet. In welchem Zustand der Ende Februar vorzeitig ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff den Konzern hinterlässt, zeigen nun erstmals die dem Handelsblatt vorliegenden Jahresergebnisse der einzelnen Tochtergesellschaften.

DÜSSELDORF. Das ernüchternde Gesamtfazit: Von einer Sanierung ist der MDax-Konzern weiter entfernt als im Jahr zuvor. 2005 hatte Middelhoff die Leitung des zweitgrößten börsennotierten Einzelhändlers in Deutschland übernommen, Ketten wie Hertie, Wehmeyer und Sinn-Leffers verkauft und sich von dem 4,5 Mrd. Euro schweren Immobilienbesitz getrennt.

Dennoch muss der vormals unter Karstadt-Quelle firmierende Konzern um seine Zukunft weiter bangen. Die nach HGB bilanzierten Jahresergebnisse sind in ihrer Mehrzahl desaströs. Zwar hatte Middelhoff einen sanierten Konzern für dieses Jahr versprochen, doch nun klaffen tiefe Ergebnislöcher im Einzelhandelsgeschäft.

Nicht einmal das passable Ergebnis der Touristiktochter Thomas Cook, die zu 52 Prozent den Essenern gehört, konnte im vergangenen Geschäftsjahr die Arcandor AG vor einem Abdriften in die Verlustzone retten. Das mit Abstand größte Minus hat dabei die Warenhaustochter Karstadt zu beklagen. 273 Mio. Euro fehlten 2007/08 unterm Strich - und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor. Im vorangegangenen Geschäftsjahr (bis September), dem wegen der Fristenumstellung das lukrative Weihnachtsquartal fehlte, waren es 189 Mio. Euro.

Zu einem Ertragseinbruch führte im Hause Arcandor zudem der Verkauf der Warenhausimmobilien. Erzielte dieser Geschäftsbereich in den ersten neun Monaten 2007 noch 675 Mio. Euro Mieteinnahmen, kamen zwischen Oktober 2007 und September 2008 nur noch 398 Mio. Euro zusammen.

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