Handels- und Touristikkonzern
Arcandor will Thomas Cook nicht verkaufen

Entscheidung für Thomas Cook: Der um neue Kreditzusagen ringende Handels- und Touristikkonzern Arcandor hat keine Pläne, sich von seiner Touristiktochter zu trennen. Einem Zeitungsbericht nach wollen die Hausbanken Arcandor dazu bringen, einen Teil seiner 53 Prozent an Thomas Cook abzugeben.

HB DüSSELDORF/FRANKFURT. Arcandor will sich im Zuge der Verhandlungen über neue Kredite nicht von seiner Beteiligung am Touristikunternehmen Thomas Cook trennen. "Wir verkaufen Thomas Cook nicht. Das ist Unfug", sagte Arcandor-Sprecher Jörg Howe am Montag zu einem Zeitungsbericht, wonach die Banken den Handelskonzern drängten, einen Teil seiner 53 Prozent an Cook abzugeben. Dem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) zufolge fordern einige Hausbanken von Arcandor die Einleitung eines Verkaufsprozesses, der von Goldman Sachs geleitet werden solle.

Die Verhandlungen über die Verlängerung und über neue Kredite ziehen sich bereits länger hin, als Arcandor erwartet hatte. Dem Zeitungsbericht zufolge geht es um insgesamt 300 bis 400 Mill. Euro, die zusätzliche Linien liege bei mehr als 150 Mill. Euro. Das Unternehmen hat sich bisher nicht zu den Summen geäußert.

Der Vorschlag, auf die lukrative Beteiligung an Thomas Cook zurückzugreifen, sei im Grundsatz Konsens unter den Banken, berichtete die Zeitung. Das Aktienpaket allein ist an der Börse mehr wert als Arcandor. Mit einem Verkauf könnte der Konzern einen Teil seiner Bankschulden tilgen.

Arcandor selbst gab sich am Montag optimistisch, trotz der schwelenden Finanzmarktkrise an das dringend benötigte Geld zu kommen. In dieser Woche gebe es weitere Verhandlungen mit den Banken. Auf einen Zeitrahmen für den Abschluss der Verhandlungen will sich der Konzern jedoch nicht mehr festlegen. Arcandor spricht mit einem Konsortium um Dresdner Bank, Commerzbank, BayernLB und der Royal Bank of Scotland (RBS) über die Refinanzierung einer Tranche von Verbindlichkeiten, aber auch über eine Aufstockung der Kredite. Ursprünglich hatte der Konzern die Verhandlungen vergangene Woche abschließen wollen. Insbesondere die RBS sperrt sich Kreisen zufolge wegen der angespannten Lage an den Finanzmärkten gegen neue Kredite, die wegen der Krise ohnehin teurer werden dürften.

Ein erfolgreicher Abschluss der Gespräche ist für Arcandor auch deshalb von Bedeutung, weil der Kreditversicherer Euler Hermes Ausfallgarantien für Warensendungen an Arcandor nicht mehr im vollen Umfang übernimmt. In der Branche wird dies als schlechtes Zeichen gewertet. Arcandor erwartet, dass Euler Hermes die Begrenzung aufhebt, sobald sich der Konzern mit den Banken geeinigt hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%