Handelsblatt exklusiv Adecco fordert Ausgleich von der Politik

Die Politik will vorschreiben, dass Leiharbeiter so bezahlt werden wie die Stammbelegschaft. Adecco-Chef De Maeseneire hat da grundsätzlich nichts gegen, fordert im Gespräch mit dem Handelsblatt aber einen Ausgleich.
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ZürichSollten Zeitarbeiter in Deutschland grundsätzlich den gleichen Lohn wie ihre festangestellten Kollegen erhalten, muss es dafür einen Ausgleich an anderer Stelle geben. Das fordert Patrick De Maeseneire, Chef des weltgrößten Personalvermittlers Adecco, in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Wenn wir das volle Beschäftigungsrisiko tragen und auch noch einen tariflichen Mindestlohn zahlen, dann müssen wir dafür an anderer Stelle einen Ausgleich bekommen", sagte De Maeseneire.

Dieser könne zum Beispiel darin bestehen, dass deutsche Zeitarbeitsfirmen die gleiche Flexibilität wie in Frankreich erhalten. Dort gibt es bereits ein "equal pay"-Gesetz, die Zeitarbeiter werden aber nur auf wöchentlicher Basis beschäftigt und entlohnt. Das ist in Deutschland bislang verboten.

Nach Meinung von De Maeseneire werden die meisten Unternehmen den Arbeitssuchenden zunächst keine Festanstellung anbieten. "Die Unternehmen verlangen Flexibilität, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sonst würden sie ihre Produktion in Niedriglohnländer verlagern." Mit einem dauerhaften Aufschwung rechnet er erst, wenn die Arbeitslosenquoten in den Industrieländern auf etwa sechs Prozent gefallen sind. Das könne aber noch zwei Jahre dauern.

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9 Kommentare zu "Handelsblatt exklusiv: Adecco fordert Ausgleich von der Politik"

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  • Die Leihkräfte sollen den gleichen Lohn erhalten, wie Stammbelegschaft. Um Gewinne zu erreichen wird die Leihfirma gezwungen, die Leihkräfte teurer zu verkaufen. Dann wäre es für die Entleihersfirmen deutlich billiger diese Arbeitskräfte selber zu beschäftigen. Damit wäre der Krebsauswuchs des Arbeitsmarktes (also die Zeitarbeit)zu gunsten der Direktbeschäftigung deutlich reduziert. Jede Zeitarbeitsklave bekommt max. 1/3 davon, was für ihn bezahlt wird. Die Leute werden einfach nur ausgenutzt. Die Zeitarbeit soll keine dauerhafte Alternative sein, sondern nur eine kurzzeitige Zwischenlösung. Mite der Lohnregelung wäre es gelungen.

  • Den geforderten Ausgleich gibt es seit dem 01.01.2004 mit dem Wegfall von Arbeitnehmerschutzrechten im AÜG.
    Zitat aus dem BVerfG-Beschluss vom 29.12.2004:
    "Das so genannte Synchronisationsverbot, das Verbot wiederholter Befristung, das Wiedereinstellungsverbot sowie das Prinzip einer Höchstdauer der Überlassung wurden durch diese Neuregelung abgeschafft. Im Gegenzug zu diesen Erleichterungen der Leiharbeit verpflichtete der Gesetzgeber die Verleihunternehmen, den Leiharbeitnehmern für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher die im Betrieb des Entleihers für vergleichbare Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren."

    Nur: diesen Ausgleich haben Leiharbeiter NIE bekommen!

  • Typisch deutsch ....
    Wir sind der einzige Industriestaat der von Gewerkschaftlern, Umweltschützern und Linken bestimmt wird.
    Wir werden ausgelacht ...
    Nur Ökostrom, nach Möglichkeit zum gleichen Preis.
    Equal Pay, aber keine Lockerung beim Kündigungsschutz.
    Keine Umweltverschmutzung, aber Vollbeschäftigung.
    Alle sollen gut und ausreichend bezahlt werden.
    Deutschland entwickelt sich zurück!!
    Warum nicht gleich .. wie früher ..
    Jäger und Sammler

  • Ja, aber ohne Rosoinenpickerei. Ich bin dann aber auch für die komplette Übernahme der französischen Reglungen. Also gleicher Lohn für gleiche Arbeit + 10% Prekäritätsaufschlag wegen der fehlenden Lohnsicherheit und 9 EUR Mindestlohn.

  • völliger schwachsinn was der mensch von addeco sagt. ich bin selber lohnsklave und kann nur sagen in der probezeit habe ich TÄGLICHE kündigungsfrist und danach nur die gesetzlichn 14 tage. was daran ein festvertrag sein soll ist mir unklar. was haben die für ein risiko??? was glauben sie was passiert wenn mein projekt vorbei ist? richtig: "hallo agentur für arbeit"!

    Mein sklavenverleiher ist auch einer der großen und gehört zum selben konzern wie adecco.

  • Nach Grupp ist der hohe Profit des Kapitalisten dort legitim, wo er das hohe Risiko ausgleicht. Das ist gemeinhin die Position des Unternehmers, der auch in schlechten Zeiten die Ressourcen zusammen hält und bezahlt, um dafür in guten Zeiten größte Gewinne zu sammeln.

    Das kapitalistische Prinzip Grupps wurde auf den Kopf gestellt. Heute tragen die Schlechtbezahltesten auch noch das höchste Risiko, die Zeitarbeiter.

  • Der Mann sollte weniger Alkohol trinken, dann würde er vieleicht weniger Müll von sich geben.

  • Wenn sich ein Geschäftsmodell nur lohnt weil es entweder von der Politik "Ausgleichszahlungen" fordert oder aber von seinen Angestellten Lohneinbußen, dann ist es kein Geschäftsmodell. Insofern schließe ich mich hg67 an. Wenn die Zeitarbeit dem Unternehmen Flexibilität bietet, wird ein Unternehmen dies auch zu schätzen(zahlen) wissen. Alles andere ist Blödsinn.

  • Mir wird immer schlecht, wenn ein privater so etwas fordert! Damit ist Adecco doch schon hervorragend mit der Politik verwoben...

    Was ich bei der ganzen Leiharbeit nicht verstehe. Weshalb werden diese Leute für die identische Arbeit schlechter bezahlt als die Stammbelegschaft? Sollte es wirklich um den Abfang von Spitzen gehen, so wäre jeder Arbeitgeber sicherlich bereit, diesen Leute mehr zu bezahlen als der Stammbelegschaft. Vergleichbar zu den "Springern" wie es sie früher in vielen Firmen gab. Diese mussten immer dort arbeiten, wo NOT am Mann war. Diese verdienten aufgrund ihrer Flexibilität mehr als andere. Dies könnte eine einfache poli. Lösung für die menschenverachtene Leiharbeit sein (mit kommt da immer der Vergleich mit Zuhältern in den SInn...)

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