Handelsblatt Exklusiv: DHL-Chef schließt Zukäufe aus

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DHL-Chef schließt Zukäufe aus

In der Logistik-Branche ist derzeit viel los - allein schon wegen der Fusion der Riesen UPS und TNT. Die Deutsche Post bleibt dennoch untätig: Der DHL-Chef Ken Allen will auf keinen Fall größere Wettbewerber kaufen.
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DüsseldorfDie Deutsche Post DHL fällt als möglicher Käufer aus, sollten die europäischen Kartellbehörden den Fusionspartnern UPS und TNT Unternehmensverkäufe auferlegen. "Diese Frage stellt sich für uns zur Zeit nicht", sagte Post-Vorstand Ken Allen dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). Auch andere Zukäufe, mit denen der Dax-Konzern gegenüber seinen Wettbewerbern aufschließen könnte, schloss der DHL-Express-Chef kategorisch aus. "Ich würde lieber augenblicklich Rasierklingen schlucken, als jetzt irgendwelche größeren Wettbewerber zu übernehmen", sagte er.

Derzeit prüfen die Brüsseler Wettbewerbshüter, unter welchen Bedingungen der amerikanische Express-Weltmarktführer UPS den niederländischen Rivalen übernehmen darf. Analysten halten es für denkbar, dass sich der fusionierte Konzern dabei von Firmenteilen in den Benelux-Ländern und Skandinavien trennen muss.

Die Übernahme des börsennotierten Wettbewerbers TNT, für den UPS 5,2 Milliarden Euro ausgeben will, soll nach Planung der Amerikaner im dritten Quartal 2012 abgeschlossen sein. Genehmigen die Kartellbehörden den Zusammenschluss ohne weitreichende Eingriffe, verliert die Bonner Post-Sparte DHL Express die Marktführerschaft in Europa.

Der für das Express-Geschäft verantwortliche Post-Vorstand Ken Allen sieht die geplante Fusion dennoch für sein Unternehmen zunächst positiv. So erwartet er durch die geplante Übernahme des Eilzustellers TNT einen Anstieg der Preise im europäischen Expressmarkt. Denn zuletzt hatten die Niederländer gegenüber ihren Kunden massiv den Rotstift angesetzt. Nun aber könnte sich der Markt, in dem künftig nur noch UPS, DHL und Fedex als Großanbieter tätig sind, deutlich beruhigen. "Es wäre nicht der erste Markt, in dem die Preise steigen, nachdem sich die Zahl der Anbieter verringert hat", sagte Allen in Anspielung auf den US-Inlandsmarkt. Von dort hatte sich DHL nach hohen Verlusten 2009 zurückziehen müssen. Seither können sich UPS und Fedex den amerikanischen Express-Markt aufteilen.

Die Börse teilt offenbar Allens Auffassung: Seit der angekündigten Fusion der beiden DHL-Wettbewerber am 19. März kletterten die Aktien der Deutschen Post um knapp vier Prozent.

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